szmmctag
  • Achtsamkeit und Empathie in der Gemeinschaft

    +++++ FÜR KURZENTSCHLOSSENE IN BERLIN +++++

    Leider wird man Jesper Juul aufgrund seiner Krankheit wohl eher nicht wieder auf einer Bühne sehen. Dafür ist morgen abend seine Kollegin Helle Jensen in Berlin und stellt ihr neues Buch vor:

    Hell wach und ganz bei sich

    Flyer_Jensen_Achtsamkeit_Berlin_neu_1 Flyer_Jensen_Achtsamkeit_Berlin_neu_2

    Infos zur Veranstaltung gibt es hier.

    Ich bin schon sehr gespannt. Auch würde ich mich freuen bekannte Gesichter vom Artgerecht Treffen wiederzusehen.

    Lies auch hier: Achtsamkeit auch nach der Kleinkindzeit

  • Es ist schwer ohne Austausch!

    Und noch eine Julia schrieb mir ihren Windelfrei-Erfahrungsbericht für unsere Serie:

    Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
    Ich habe während meiner Schwangerschaft in einer Eltern-Zeitschrift einen Bericht einer Mutter von einem windelfreien Baby gelesen. Ich fand die Idee interessant und bin dann auf das Buch "Es geht auch ohne Windeln?" gestoßen. Damals habe ich mich entschieden, es zu versuchen. Dennoch habe ich mir Stoffwindeln besorgt, um mich nicht gleich zu überfordern.
    Als dann das Baby da war, habe ich überhaupt keinen Gedanken mehr an Windelfrei verschwendet. Alles war so neu und anstrengend. Allein das Stillen war eine Herausforderung. Das Thema Stoffwindeln war auch bald gegessen, da mir mein Sohn mit dem riesen Windelpaket total leid tat. Ich habe dann Wegwerfwindeln benutzt.
    Windelfrei fiel mir erst wieder im Juni ein, als das Wetter sehr warm wurde und mir auffiel, dass mein Baby in der Windel schwitzte.

    Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
    Er war damals 2 Monate alt.

    Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
    Ich habe wirklich sehr viele Wegwerfwindeln verbraucht. Oft bis zu 10 Stück und mehr in 24 Stunden.

    Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit und wie alt ist Dein Kind mittlerweile?
    Das ist sehr unterschiedlich. Ich würde sagen, 4-6 Stück in der Woche. Mein Kind ist nun 5 Monate alt.

    Nutzt Du auch andere Backups?
    Auf die Idee, eine Windel zu benutzen und trotzdem abzuhalten bin ich eigentlich nie gekommen. Ich habe die WWW meistens benutzt, wenn ich die Nase voll von dem Herumgepinkle hatte und keine sauberen Mulltücher mehr hatte.
    Mein Sohn lag meistens auf seinem Lammfell mit einem Mulltuch zwischen den Beinen.
    Doch dieses Backup war für die stets steigende Urinmenge bald nicht mehr genug. Das Abhalten funktionierte dann allerdings bald besser, als er mehr bei pro Abhalten dafür aber weniger oft pinkelte.
    Nachts liegt er mit dem Unterkörper auf einem Lammfell, auf dem ein Moltontuch liegt. Versäume ich ihn abzuhalten, geht das Wechseln des Tuchs ganz schnell.

    Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
    Er hat immer mal wieder einen roten Po. Den hatte er mit Windel und hat ihn auch jetzt noch. Einmal hatte er kleine Bläschen beim After. Verdammte Schokolade. Da fing ich dann auch an, ihn nachts abzuhalten, damit die Bläschen schneller abheilen.

    Welche Standardsituationen probierst Du aus?
    nach dem Aufwachen - funktioniert nicht immer. Entweder ich bin zu früh, zu spät oder er muss nach einem kurzen Nickerchen überhaupt nicht.
    beim Stillen - machen wir nicht. Wir stillen fast immer im Liegen. Früher habe ich ihm ein Mulltuch zwischen die Beine geklemmt. Das ist aber jetzt zu wenig. Wir liegen auf besagtem Lammfell mit Moltontuch. Bis vor kurzem hat er dabei immer gepinkelt. Ich habe dann kurz unterbrochen, das Tuch gewechselt und weiter gestillt. Nun ist es so, dass ihm das wohl auf die Nerven ging, und er beim Stillen nicht mehr pinkelt. Wahnsinn, oder?
    nach dem Stillen - er pinkelt meist 15 Minuten nach dem Stillen 3 Mal im 15-Minuten-Takt. Ist aber tageszeitabhängig.
    Wenn ich ihn aus dem Tragetuch nehme, halte ich ihn immer ab.

    Wann klappt es am besten?
    Mein Baby signalisiert meistens nur sehr subtil bzw. kann das leise Stöhnen auch etwas anderes bedeuten. Ich habe sehr lange nach Signalen gesucht, bis ich auf dieses Stöhnen aufmerksam geworden bin. Wobei ich sagen muss, dass ich sehr auf akustische Signale fixiert bin.
    Jedenfalls ist mir aufgefallen, dass es mit der Intuition am besten klappt, wenn wir irgendwo zu Besuch sind, ich neben ihm auf seiner Decke sitze und mich jemanden unterhalte. Ich bin also ganz nah bei ihm, konzentriere mich aber eigentlich auf etwas anderes. Und dann kommt die Eingebung und ich liege meistens richtig, was im Alltag nicht immer der Fall ist.

    Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
    Mittlerweile oft 5 Minuten oder länger. Manchmal kann er noch gar nicht richtig, wenn er signalisiert hat.

    Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
    Wir haben anfangs eine kleine Plastikwanne benutzt. Ich habe auch Asiatöpfchen gekauft, die ich aber für Buben unpraktisch finde, da man den Penis immer etwas runterdrücken muss, damit das Pipi im Topf landet. Außerdem kommt oft beim Pinkeln auch hinten was mit und dafür ist der Topf zu klein.
    Mittlerweile benutze ich die Abwäsche in der Küche. Mein Mann fand das anfangs ekelig, aber unser Badezimmer liegt nicht zentral genug. In der Nacht benutzen wir eine alte Babybadewanne, da sein Pipistrahl sehr weit reicht.
    Ich habe nun auch ein herkömmliches Töpfchen gekauft und möchte es bald benutzen, wenn er mit Hilfe halbwegs darauf sitzen kann.

    Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein: eher mehr Arbeit ? eher weniger Arbeit ? genauso viel Arbeit wie beim Wickeln?
    Ich denke, es ist genauso viel Arbeit als das Wickeln. Abhalten geht schneller, dafür macht man es öfter. Die Wäscheberge, die ich wasche, sind wahrscheinlich in etwa die gleichen, als wenn ich mit Stoffwindeln wickeln würde.
    Wobei meinem Sohn in den ersten Lebensmonaten dauernd die Wegwerfwindeln ausgeronnen ist. Ich musste ihn oft 5 Mal am Tag umziehen, auch nachts passierte das regelmäßig. Dabei war die Windel aber keineswegs überfüllt.

    Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seit ihr Windelfrei macht und was?
    Ich nehme ihn als selbstständige Persönlichkeit mit starkem Willen war.
    Ich hatte anfangs auch das Problem zu erkennen, wann er müde war und in den Schlaf begleitet werden wollte. Meist war er dann schon so müde, dass er sehr schlecht einschlief. Durch das genaue Beobachten und Suchen nach Signalen, habe ich eher wahrgenommen, wann er müde wurde und konnte gleich reagieren. Das hat uns das Leben sehr erleichtert.

    Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
    Nicht aufgeben! Es wird besser! Sie pinkeln nicht ihr Leben lang alle 5 Minuten.
    Ich glaube, ich habe ihn durch zeitweiliges Windeltragen verwirrt. Unbewusst habe ich das dann als eine Auszeit für mich gesehen und seine Signale ausgeblendet? das hat ihn bestimmt verwirrt. Vielleicht setzt er deshalb seine Signale nicht verlässlich.
    Ich habe ihn vielleicht manchmal zu oft abgehalten. Das passiert mich auch jetzt noch, dass ich ihn abhalte und er muss gar nicht.
    Mein größtes Problem war und ist noch immer: Ich kenne keine anderen Windelfrei-Mütter! Das Leben ist schwer ohne Austausch.

    Vielen lieben Dank!

  • #Vereinbarkeitsgeschichten: Mein Nach-Beitrag zur Blogparade

    Liebe Runde,

    ich werde sooo oft gefragt: "Wie MACHST Du denn all das mit zwei kleinen Kindern daheim???"

    Die Kurzform meiner Antwort lautet: Erst mit wenig Schlaf, dann mit viel Hilfe und mittlerweile mit viel Organisation. Und mit ein bisschen Mut. :)

    Die Langform lest ihr hier:

    (das neue Buch hat mich total in Beschlag genommen, aber jetzt isses raus und ich kann nochmal meinen Nachtrag zur Vereinbarkeit hier posten)

    => Lies mehr!

  • Montags-Mantra: Fasse Dich kurz!

    Das Leben mit AP-Kindern - so könnte man meinen - ist eine Aneinanderreihung von erbaulichen Momenten und seliger Glücklichkeit. Nun - zumindest bei uns ist es nicht immer so. Es gibt auch Momente, in denen ich genervt, sauer, gereizt, wütend, müde oder traurig bin. Und dann meckere ich. Doof, ist aber so.

    Was ich gelernt habe und was grooooß an meiner Küchentafel steht, ist: Wenn Du schon meckerst oder Dich beschwerst (oder gar belehrst): FASSE DICH KURZ!

    Sätze à la: "Wieso liegt der Schulranzen schon wieder mitten im Zimmer? Das nervt! Ich will da weder drüberfallen, noch alles wegräumen! Ich habe Dir schon hundert Mal gesagt, dass ich will, dass hier jeder Verantwortung für seine Dinge übernimmt und sie wegräumt, wenn wir nach Hause kommen. Was ist daran so schwer zu verstehen? Ich finde..."

    Vergesst es. Kein Kind hört länger zu als bis "Zimmer", ganz abgebrühte (und viel angemeckerte) Kinder drehen ab "Warum" bereits die Ohren ab. Und ich kann sie verstehen. Wie würde es sich anfühlen, wenn uns jemand so angehen würde? Ich würde mich auf dem Absatz umdrehen.

    Besonders bei meinem Sohn machen lange Ausführungen absolut keinen Sinn. Auch wenn ich manchmal gerne die gesamte Philosophie von Sinn und Kraft einer Gemeinschaft hinterherschicken würde - er hört es sowieso nicht.

    Also habe ich gelernt, mich freundlich und kurz zu halten.

    1. Zuerst benenne ich das, was ist, ohne Bewertung: "Der Schulranzen liegt mitten im Zimmer."

    In den allermeisten Fällen ist das vollkommen ausreichend. Sehr effektiv ist auch: "Die Wohnungstür ist noch auf" - und viel besser als das "Mach die Tür zu!", was ja schon wieder einen Vorwurf beinhaltet.

    2. Wenn das nichts hilft, sage ich klar und kurz, was ich möchte: "Räum bitte den Ranzen weg."

    In 90% der Fälle hilft das jetzt. Allerdings nur, wenn ich mich vorher vergewissert habe, dass ich nicht gerade mit Lego-Yoda um die Aufmerksamkeit meines Sechsjährigen konkurriere (bei uns ist es wie bei Star Wars: Yoda gewinnt immer).

    3. Wenn jetzt immer noch nichts passiert, versuche ich erstmal herauszufinden, was beim Kind gerade los ist - oft arbeitet er innerlich an etwas, das seine Kooperationsfähigkeit blockiert. Ist dem nicht so, dann verkünde ich nochmal meine persönliche Dringlichkeit:

    "Bitte. Jetzt!"

    Genauso gehe ich (in meinem persönlichen Idealfall) vor, wenn mich etwas ärgert, wobei ich a) Du-Botschaften vermeide und b) möglichst sage, was ich will und nicht darüber lamentiere, was ich nicht will.

    "Ich will kein Spielzeug am Tisch, ich will essen und mich ohne R2-D2s Geräusche unterhalten."

    Immer wieder erlebe ich - auch bei anderen Kindern - dass lange Vorträge überhaupt keinen Effekt haben, kurze Infos hingegen sehr viel. Vor allem, wenn das Kind genau weiß, was der Punkt ist.
    Lustigerweise machen wir das bei kleineren Kindern oft automatisch, wir sagen nicht:

    "Ich möchte nicht, dass du an den Herd gehst, du weißt , dass der heiß ist, dass habe ich schon 100 Mal gesagt und ich finde das wirklich nervig, dass ich das immer wieder wiederholen muss und außerdem.."
    sondern wir sagen: "Vorsicht! Heiß!"

    Es scheint mir - auch bei mir selbst - dass ich mit zunehmender Größe des Kindes auch längere Vorträge halte, was nicht immer sinnvoll ist. Damit soll nicht gesagt sein, dass ich später, wenn der Streit vorbei und der Ärger bei allen abgeklungen ist, mich nicht hinsetze und mit dem Kind bespreche, warum wir uns eigentlich über den doofen Ranzen gestritten haben und was heute los war, dass alles so schwer ist. Aber im Moment selbst führt Kürze bei uns eher zu Verständnis.

    Daher ist mein Mantra, besonders beim Großen: Fass Dich kurz!

    Puh - hab ich lange gebraucht, um das auszuführen ;)?

    Allen eine gute Woche!

  • Der erste Attachment Parenting Kongress in Deutschland

    Das liebe Team von Einfach Eltern um Frauke Ludwig und Diana Schwarz richten am 11. und 12. Oktober 2014 den ersten Attachment Parenting Kongress aus.

    Die bekanntesten Fachleute und AutorInnen der Szene geben ihr Wissen weiter.

    Jetzt haben sie eine Rabattaktion gestartet:
    Bis morgen 14 Uhr gibt es die Karten für den Kongress zum ermäßigten Preis!

    Schaut auch hier, warum für Eltern der Kongress ebenso eine tolle Bereicherung ist.

  • Eine Kurznachricht aus dem Alltag...

    Die Elternzeit raste vorbei. Im Nu steht frau mitten im (Teilzeit-)Job und managt die wuselige und lebendige Familie. Doch dabei findet sie nur noch wenig Zeit, sich konkret um Herzensthemen zu kümmern und selbst Gedanken in Schrift zu verwandeln.

    Ihr lieben Mitmamas, wie verlängert man den Tag von 24 auf 72 Stunden?!

    ... Ein wenig Off Topic, aber der Grund für die Blogstille.

  • Jede Familie hat ihre Windelfrei-Version!

    Julia schrieb mir: "Ich war lange Zeit insgeheim enttäuscht, dass es bei uns nicht so richtig geklappt hatte mit dem windelfrei. Aber mittlerweile bin ich ganz froh über unsere Version. Als ich gelesen habe, dass es euer Anliegen ist, zu zeigen wie unterschiedlich wir alle Windelfrei handhaben, hat mich das motiviert diesen Bericht zu schreiben und beizutragen."

    Und hier kommt ihr Windelfrei-Erfahrungsbericht für unsere Serie:

    Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
    Eine Freundin hatte mir davon erzählt. Damals fand ich das ein bisschen merkwürdig... Als ich schwanger wurde, erinnerte ich mich daran und las Ingrid Bauers "Es geht auch ohne Windeln!". Ich war nach den ersten Seiten hellauf begeistert und nahm mir fest vor, es mit meinem Baby auszuprobieren.

    Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
    Ca. 2 Wochen alt. Vorher hatte ich immer den Schlüssellaut gemacht, wenn ich merkte, dass gerade etwas Größeres in die Windel ging. Als mein Sohn etwa 14 Tage alt war, habe ich begonnen ihn immer beim Wickeln (nach dem Stillen) über eine kleine Plastikschüssel zu halten und machte dabei den Signallaut. Das war auf Anhieb erfolgreich. Pipi ging weiterhin in die Windel, das habe ich zunächst nicht versucht abzuhalten, denn es war Winter und mein Neugeborenes war gepuckt ? da wollte ich ihn nicht ständig an- und ausziehen. Im dritten Monat habe ich ihn dann öfters nackig auf eine Decke gelegt und beobachtet. Ansonsten habe ich in dieser Phase Stoffwindeln ohne Überhose oder MokoMini verwendet. Ich konnte jedoch nach drei Wochen des Übens immer noch keine eindeutigen Signale fürs Pipi erkennen. Das hat mich frustriert. Als ich darüberhinaus noch merkte, dass es mich zunehmend nervte und störte, alle paar Minuten meine Tätigkeit zu unterbrechen, um zu probieren, ob er muss oder ihn umzuziehen, habe ich Windelfrei erst mal sein gelassen. Das Abhalten des großen Geschäftchens habe ich jedoch beibehalten - bis heute. Ich merke es entweder an seinem Signal (er pupst) oder ich weiß es einfach von seinem Rhythmus her (der ändert sich allerdings interessanterweise mit jedem Entwicklungsschub). Ich lasse ihn täglich für mindestens 20 Minuten ohne Windel spielen und krabbeln; eventuelle Pfützen werden aufgewischt. Für uns ist das eine gute Lösung so. Wir praktizieren zwar nicht das klassische Windelfrei? (Gibt es das überhaupt?) Mein Sohn trägt die meiste Zeit des Tages und nachts Wegwerfwindeln. Aber er muss zumindest nicht in seinen Exkrementen liegen und ich muss ihn nicht daraus befreien.

    Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
    Das weiß ich nicht mehr genau. Schätzungsweise 5-8 Stoffwindeln.

    Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit und wie alt ist Dein Kind mittlerweile?
    5-6 Wegwerfwindeln; 7 Monate alt

    Nutzt Du auch andere Backups?
    Nein.

    Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
    Nein.

    Welche Standardsituationen probierst Du aus?
    Für das große Geschäft immer vormittags und meistens nach den Mahlzeiten. Sein Rhythmus ist nicht immer gleich. Meistens weiß ich es einfach durch den zeitlichen Abstand zum letzten Abhalten oder durch sein Signal oder weil ich den Eindruck habe, es könnte mal soweit sein. Es ist aber auch mindestens ein Abhalten am Tag dabei, wo ich mich getäuscht habe und wir beide feststellen, dass er nicht muss. Das gehört auch dazu.

    Wann klappt es am besten?
    Vormittags und nach den Mahlzeiten.

    Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
    5 Minuten mindestens (beim großen Geschäft).

    Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
    Anfangs hielt ich ihn über einer kleinen Plastikschüssel über den Wickeltisch ab. Seit etwa dem 6. Monat macht er in die Toilette (wir setzen uns gemeinsam in verkehrter Richtung drauf).

    Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein?
    Definitiv weniger Arbeit! Ich muss nicht mit mehreren Feuchttücher am Popo herumwischen, bis alles entfernt ist. Auch entfällt (nicht zu unterschätzen!) der Gestank beim Wickeln oder aus dem Mülleimer.

    Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seit ihr Windelfrei macht und was?
    Ja, die Kleinen sind in Bezug auf ihre Ausscheidungsbedürfnisse viel bewusster, als ich vorher gedacht hatte und gar nicht so hilflos. Mit ein bisschen Unterstützung kann mein Kind ganz gut für sich sorgen und muss nicht einmal für kurze Zeit in einer vollen miefigen Windel liegen. Ich habe das Gefühl, dass mein Sohn dadurch irgendwie würdevoller Baby sein kann.

    Es fiel mir in den ersten Wochen nach der Geburt zunächst schwer, den intuitiv-fühlenden, mütterlichen Teil in mir zu finden und ihm Raum zu geben. Windelfrei zu probieren hat mir dabei wesentlich geholfen. Das Achtgeben auf subtile Signale, die mein Kind aussendet... diese andere Art von Kommunikation... und dieses schöne Gefühl, wenn es mit dem Abhalten wieder einmal geklappt hat. Freude über unsere Verbundenheit.

    Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
    Wie man an meinem Beispiel doch ganz gut sehen kann: Der Weg ist das Ziel. Klar hatte ich mir das in der Schwangerschaft alles ganz einfach vorgestellt: Wenn ich einmal die Signale kenne, dann halte ich mein Kind einfach immer ab und es braucht keine Windeln. Dann habe ich mich auf den Weg gemacht und es war doch nicht so unkompliziert für mich, wie ich es mir gewünscht habe. Aber auf dem Weg hat sich eine für uns passende Version entwickelt und vor allem habe ich ganz viel über mich selbst und mein Kind gelernt. Es gibt kein Ganz oder Garnicht! Mit Windelfrei lassen sich ganz individuelle Wege finden. Ein Versuch ist es auf jeden Fall wert!

    Vielen herzlichen Dank!

  • Ich kann es mir nicht vorstellen, es anders zu machen...

    Ein neuer Windelfrei-Erfahrungsbericht für unsere Serie!

    Hier kommt Annettes Bericht:

    Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
    Ich habe noch vor der Schwangerschaft einen artgerecht-Flyer im Berliner Veganz gefunden, ab Schwangerschaft im Netz recherchiert und mir dann das "Es geht auch ohne Windeln" –Buch gekauft.

    Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
    Sofort nach Rückkehr aus dem KKH mit 4 Tagen. Am 6. Tag hat es bereits in die Schüssel gemacht – das war eine Freude! Aber richtig windelfrei habe ich nie gemacht, immer mit Backup, sodass ich das Wort "windelfrei" irreführend finde.

    Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
    5-10? Keine Ahnung, war noch im Krankenhaus (das Stoffwindeln benutzt).

    Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit und wie alt ist Dein Kind mittlerweile?
    4-7 Stoffeinlagen pro Tag, mittlerweile auch Damenbinden (sind billiger), 1 WWW pro Nacht, fast 11,5 Monate alt. Allerdings haben wir wesentlich weniger Windeln gebraucht, bis es mit 9,5 Monaten krabbeln lernte. Seit dem 6. Monat war es bis auf gelegentliche Unfälle (vorwiegend während eines Infektes) quasi trocken, was das große Geschäft angeht. Pipi ging vielleicht 2-3 mal am Tag in die Windel. Wir hatten aber auch ganze komplett trockene Nachmittage, wenn ich sehr drauf geachtet habe. Aber seit mein Junge krabbelt, gibt es enorme Abhaltestreiks; mal obwohl er muss und gleich danach daneben macht, mal weil er nicht muss. Er will auch vorwiegend seit rund 2 Monaten nur noch auf die Erwachsenenklos, was sich aber ganz gut macht, wenn das Kind rücklings auf der Brille sitzt und der Po vorne aufsitzt.

    Nutzt Du auch andere Backups?
    Ich habe einen Wollwindellatz von Moko umgeändert, sodass er weicher und verstellbar im Bund ist und mir einen aus Schurwolle selbst gestrickt. Diesen Latz klappt man vorne nur hoch und steckt ihn unter den Bund. Dahinein lege ich OP-Tücher aus dem KKH. Die sind kleiner als Windeln und sehr saugfähig. Mittlerweile klebe ich unterwegs auch Damenbinden XL rein und nachts oder auf Reisen benutzen wir WWW. Als er kleiner war, konnte ich ihn nachts abhalten, aber seit er paar Monate alt ist, reißt ihn das nächtliche Wickeln oder Abhalten so aus dem Schlaf, dass er sehr weint und sich auch nicht auf's Töpfchen setzen will.

    Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
    Da mein Kind die sehr empfindliche Haut von mir geerbt hat, hatte er etwas Probleme mit juckendem Ausschlag in den Beinfalten im Schritt und am Säckchen, sodass ich sehr darauf bedacht war, ihn immer trocken zu halten. Aber ansonsten war die Haut 1A. Schlechter wird die Haut definitiv in WWW schon nach kurzer Zeit.

    Welche Standardsituationen probierst Du aus?
    nach dem Aufwachen – immer
    beim Stillen – nie, auch am Anfang nicht, selbst nackt als Neugeborenes hat er immer erst zwischen dem Stillen beim Abhalten oder danach gepullert, ganz selten mich angepullert
    nach dem Stillen – immer nach unterschiedlich langen Abständen
    nach dem Spielen – nein, das Spielen hört ja nie auf
    Andere: nach dem Essen und immer, wenn ich denke, jetzt ist es mal wieder Zeit oder er unruhig ist oder jammert. Obwohl beim Jammern eigentlich immer schon Pipi in der Hose ist, weil ich zu spät reagiert habe. Leider habe ich so gut wie nie irgendwelche Signale deuten können, mache es also fast komplett intuitiv.

    Wann klappt es am besten?
    Nach dem Aufwachen morgens und wenn er schon Drückgeräusche macht, um sein Bedürfnis anzukündigen.

    Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
    Bis zu 5 Minuten manchmal, ganz unterschiedlich. Ich kann ihm auch erklären, dass er warten muss oder das Abhalten gerade nicht möglich ist. Er scheint das zu verstehen.

    Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
    Zuerst Eimer und Schüsseln wegen des schwierigen Zielens bei Jungen, dann diverse schlecht funktionierende Töpfchen, den Asia-Topf für unterwegs, Baby-Björn-Topf als einzig tauglichen weiteren Topf, seit paar Monaten Kindersitz auf großem Klo und großes Klo ohne alles sowie die freie Natur oder den Straßenrand.

    Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein: eher mehr Arbeit – eher weniger Arbeit – genauso viel Arbeit wie beim Wickeln?
    Da mein Kind sehr häufig pullert – bis zu alle 5-15 Minuten zu manchen Tageszeiten – finde ich den Mehraufwand enorm, zumal es neuerdings fast immer Theater beim An- und Ausziehen und beim Abhalten gibt. Da ist mal so ein Tag mit WWW dazwischen die pure Erholung... Auch ist das Nähen und Ändern der Kleidung eine Zeitfrage.

    Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seit ihr Windelfrei macht und was?
    Trotz des Mehraufwandes sehe ich den positiven Effekt und ich sage mir, ich bin ja dazu da, mich um mein Baby zu kümmern, also auch um es von Pipi und Kacka zu befreien. Und es wird dafür in wenigen Monaten komplett trocken sein und ich muss ihm nicht erst beibringen, was es machen soll. Ich bin mir ganz sicher, dass er, sobald er sich etwas besser verständigen kann, uns ganz genau sagen wird, wenn er muss, sodass mir auf lange Sicht viel Geld und Zeit in den nächsten Jahren erspart wird. Ich kann mir nicht vorstellen, es anders zu machen und bedauere die Babys manchmal, die stundenlang in der selben WWW stecken.

    Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
    Zum Glück habe ich in Foren von Abhaltestreiks gelesen und bin dadurch beruhigt worden. Lasst euch nicht beirren, wenn selbst gutmeinende Freunde oder Verwandte alles skeptisch sehen und vermuten, dass das Abhalten für das Kind doch nur Stress sei (angeblich an den Streiks zu erkennen) oder wenn sogar die Hebamme nach Monaten noch behauptet, das Kind mache nur wegen des Temperaturunterschiedes auf der Haut. Ansonsten macht es große Freude, das Kind infolge seines eigenen Signalisierens oder/und des Schlüssellautes pullern und kackern zu sehen!

    Vielen lieben Dank für Deinen Bericht!

  • Eltern brauchen Hebammen!

    Einer der ältesten Frauenberufe ist die Hebamme. Betreute sie früher überwiegend die werdende Mutter während der Geburt, so hat sie heute nicht nur das Tandem Mutter-ungeborenes Kind/Neugeborenes sondern auch das gesamte Familiengefüge einschließlich des Vaters im Blick.

    Doch in Deutschland gehen ganz bald die Hebammen aus. Denn die seit Jahren steigendenden Haftpflichtprämien machen den Hebammenberuf mehr als unwirtschaftlich. Viele Geburtshelferinnen gaben schon auf und orientierten sich um. Zudem gibt es aktuell ab dem 1. Juli 2016 keine Versicherungen in Deutschland mehr, die Hebammen versichern wollen. Das bedeutet für die Hebammen nach Gesetzeslage ein Berufverbot. Kann sich jemand eine Geburt ohne Hebamme vorstellen?! Wer kommt dann zur Vorsorge und Wochenbettbetreuung zu den Müttern???

    Aber nicht nur Hebammen betrifft die Versicherungs-/Kostenproblematik. Klinikgesellschaften sehen kleine Geburtsstationen als unrentabel an und schließen diese. Somit verschwinden seit Jahren Geburtskliniken von der Deutschlandkarte. Mancherorts in Deutschland existiert kein wohnortnaher Kreißsaal mehr und werdende Eltern müssen weite Strecken fahren, ehe sie sich in fachkundigen Händen wissen.

    Das alles ist nur ein kleiner Abriss über die Lage der Geburtshilfe in Deutschland.

    Ich - als Zweifach-Mutter - unterstütze deshalb die aktuell laufende ePetition 51168 an den Deutschen Bundestag von der Schwerinerin Michaela Skott:

    Sicherstellung der freien Wahl des Geburtsortes sowie einer Geburtsbegleitung im Schlüssel von 1:1

    Denn auch wir Eltern wollen gehört werden: Wir wollen die Sicherstellung einer flächendeckenden geburtshilflichen Versorgung als auch eine individuelle Betreuung durch eine Hebamme.

    Mitzeichnen geht nach einer kurzen Registrierung ganz einfach! Macht mit!
    Eure Stimme kann nur noch bis zum 3. Juli 2014 gezählt werden.

    Lies auch hier: Elternprotest für unsere Hebammen!

  • Windelfrei und Tragen - Tricks und Erfahrungen

    Windelfrei und Tragen - für uns ganz klar zwei, die zusammen gehören

    Was hat Windelfrei mit Tragen zu tun?
    Es gibt aus Siche von BabysohneWindeln.de DREI wichtige Effekte, die Eltern kennen sollten:

    1. Nicht in die Trage zu wollen, heißt oft: Ich muss mal!
    2. In der Trage signalisieren Kinder oft deutlicher - und der oder die Tragende merkt es besser.
    3. Wenn wir ein Kind, das in der Trage aufwacht, konsequent danach abhalten, lernt es, uns beim Tragen nicht anzupinkeln und wir können bald die Windeln weglassen.

    Im Detail:
    1. Wenn ein Kind nicht in die Trage will, kann das an einer vollen Blase (oder vollem Darm ) liegen. Viele Babys wollen ihren Träger nicht beschmutzen, daher weigern sie sich, lassen sich nicht einbinden, zappeln, quengeln oder weinen sogar.

    Klassische Situation:

    Mama wartet auf ihr schlafendes Kind, weil sie eigentlich längst los muss. Das Kind wacht auf, Mama freut sich, nimmt das Kind sofort ins Tuch und will los. Aber nach dem Schlafen ist bei allen Babys die Blase voll und manche signalisieren jetzt sehr deutlich, dass etwas nicht stimmt und wollen nicht ins Tuch. Oft wird das als "Mein Kind wird nicht gerne getragen" fehlinterpretiert. Einfach mal abhalten anbieten - oft geht es danach viel ruhiger ins Tuch!

    2. In der Trage oder im Tuch signalisieren Kinder - aus oben beschriebenem Effekt heraus - oft viel deutlicher. Viele versuchen, aus der Trage herauszukommen, wenn sie mal müssen, werden unruhig, drücken sich vom Körper des Trägers weg. Einfach mal abhalten!

    3. Wenn das Kind in der Trage aufwacht, sollte es möglichst immer abgehalten werden. So lernt es: Wir entleeren uns nicht in der Trage. Der Effekt ist im Idalfall dass das Kind in der Trage sehr zuverlässig signalisiert (und der Träger ist oft beim Tragen auch viel sensibler, weil der Körperkontakt so eng ist) und schon kleine Babys warten unglaublich lange im Tuch, wenn sie mal müssen, weil sie Mama nicht anpinkeln wollen.

    Lassen wir unser Kind jedoch nach dem Aufwachen in der Trage, bis es sich in Windel oder Back-Up entleert hat, lernt es: Ich entleere mich auch in der Trage. Wenn wir dann später versuchen, die Windel wegzulassen, wird es sich nicht mehr melden, weiterhin einfach laufen lassen - was dann sehr unangenehm ist, weil beide die Klamotten wechseln müssen ;).

    Hab ich was vergessen? Wie sind eure Erfahrungen damit?

    Herzlich,
    nic

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Wo findet ihr was? Kleine Blog-Einführung hier!

www.artgerecht-projekt.de

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www.abhala.de

www.ohne-windeln.de

www.mokoshop.eu

Hebammen - auf den
Anfang kommt es an!
https://www.campact.de/hebammen/appell/teilnehmen/

www.artgerecht-projekt.de

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