szmmctag
  • Julia Dibbern spricht heute auf NDR mit Winterhoff!

    Meine wunderbare Artgerecht-Partnerin Julia Dibbern ist HEUTE um 19:30 als Erziehungsexpertin bei NDR - in einer Talkshow mit Winterhoff!

    Das Thema ist "Ratlose Eltern - oder panische Pädagogen?"

    Das wird spannend!

  • Montags-Mantra - Verpasst den Bus!

    Da heute Dank Zeitumstellung bei einigen auf Facebook schon die Panik ausbrach, holen wir heute mal ein schönes Montags-Mantra wieder hervor, das das hieß: "Verpasst den Bus!"

    Losgehen mit Kindern ist in den meisten Familien Stress. Das muss nicht sein! Doch bis alle angezogen, alles gepackt und der Bus erreicht ist, wird gehetzt, geschimpft, geflucht, es wird gebockt, gebrüllt, es fließen Tränen. Das geht auch anders. Ich hab mal ein paar Ideen gesammlt, wie. Kerngedanke: Seid gut vorbereitet. Und im Zweifelsfall, verpasst den Bus.

    Grundsätzlich geht das so:

    1. Plant mehr Zeit ein für ALLE Wege mit den Kindern
    2. Seid den Kindern einen Schritt voraus
    3. Fragt euch jedes Mal, wenn ihr die Kinder hetzt: Ist das nötig?
    4. Fragt euch jedes Mal, wenn ihr es eilig habt: Ist das nötig?
    5. Fragt euch jedes Mal, wenn ihr zum Bus rennt: Ist das nötig?

    Warum eilen wir, hetzten wir, rennen wir?

    Es gibt m.E. drei Arten von Zwang, der uns zu Eile antreibt:

    1. der innere Zwang (Perfektion, Moral, Erziehung, Verabredungen)
    2. der äußere Zwang (Busabfahrtzeiten, Zugzeiten, Öffnungszeiten, Kursanfangszeiten)
    3. schlechte Vorbereitung

    Häufig vermischen wir die die drei zu einer explosiven Stressmixtur.

    Beispiel: Familie ist zum Schwimmen gehen verabredet. Um pünktlich zu sein, müssen sie den Bus zum 12:34 kriegen. Beim Rausgehen muss der Große nochmal auf Toilette, dann fällt Papa ein, dass er das Handy vergessen hat, unten will Mama nochmal kurz in den Briefkasten gucken und schwups ist der eingeplante Zeitpuffer weg und alle hetzen zum Bus.

    Was kann man konkret dagegen tun?

    1. Liste machen

    Schreibt die nächsten Male im Bus auf einen Notizblock, was heute die Abreise mal wieder verzögert hat. Macht das jedes Mal. Schaut euch nach1-2 Wochen diese Liste an und macht daraus eine "Vor dem Rausgehen-drandenken-Liste" daraus. Je nach Alter der Kinder kann das z.B. sein:

    - Taschen packen
    - Essen einpacken
    - Weg/Busverbindungen VORHER raussuchen
    - wichtige Telefonnummern aufschreiben/speichern/mitnehmen
    - Handy, Geld, Monatskarte, Schlüssel bereitlegen
    - Baby rechtzeitig nochmal stillen und abhalten
    - Kleinkind rechtzeitig nochmal füttern, stillen, abhalten (das vermeidet z.B. auch Anzieh-Streiks, viele Kinder lassen sich nicht anziehen, wenn sie hungrig/durstig/Blase voll ist)
    - großes Kind rechtzeitig dran erinnern, dass es Buch/Spielzeug/Hör-CDs/wasimmereurekindermitnehmenwollen einpackt
    - wasimmereucheinfällt...

    2. Zwang reduzieren

    - Seid frühzeitig: plant gegen äußeren Zwang IMMER einen Bus/Bahn früher ein, damit ihr ggf. einen Puffer habt
    - Seid noch frühzeitiger: wenn ihr Züge oder Flugzeuge erreichen müsst, plant 2-3 Fahrten früher ein (oder 20 Minuten mehr für die Autofahrt)
    - seid vorbereitet - ein Segler sagte mir mal, dass er immer Angst vor Stürmen hat und sich deshalb perfekt drauf vorbereitet -dann müsse er im Sturm selbst keine Zeit mehr mit Angst verschwenden, weil ja schon alles getan sei....
    - geht NIE auf den letzten Drücker ins Schwimmbad/Theater etc. ("Kinder, wenn wir jetzt nicht gehen, hat es ZU!!!")
    - Beziehunge hat Priorität: seid euch bewusst, dass 45 Minuten "jetzt macht endlich!!" für eure Beziehung wahrscheinlich schädlicher ist als 10 Minuten zu spät beim Puppentheater anzukommen
    - bleibt flexibel: Man kann Verabredungen auch anrufen und Bescheid sagen, dass es später wird, wenn wir merken, dass es heute nicht klappt
    - lasst euch nicht ablenken: Ihr MÜSST jetzt NICHT noch schnell in den Briefkasten oder eure Mails schauen, geht JETZT los
    - Keine Angst, nicht perfekt zu sein: wenn ihr jetzt das eine oder andere nicht dabei habt (doch noch einen Apfel extra einstecken? Doch noch schnell die Haare der Kinder kämmen? doch noch ein zweites vorlesebuch? Oh Gott, die BADELATSCHEN!!!), dann habt ihr es eben nicht dabei. Seid offen dafür, dass sich eine Lösung finden wird, vielleicht eine überraschende!, bevor ihr nochmal zurückhetzt
    - Im Zweifelsfall: nehmt den nächsten Bus. Seid halt zu spät. Kommt halt später. Mantra: Dann ist das halt so ;).

    Und warum? Ich stell mir immer vor, was Kinder später von ihrer Kindheit erzählen.

    "Meine Eltern haben uns immer überall hin gehetzt, das war stets total stressig, ich habe losgehen gehasst...."
    oder
    "Naja, wir waren nicht immer pünktlich und wir mussten uns oft von anderen die Buddelsachen leihen, aber wir sind immer ganz entspannt, singend und glücklich umhergezogen..."

    Es ist eure Entscheidung. Es ist euer Leben. Nehmt euch die Freiheit.

    Das Original hier: hier.

    Ich wünsche allen einen stressfreien Wochenanfang!

    :)
    nic

  • Windelfrei auf der BabyWelt Messe in Berlin

    Nun kommt die BabyWelt Messe endlich wieder nach Berlin.
    Vom 7. bis 9. November 2014 können sich werdende Eltern und junge Familien über Wissenwertes und Produkte informieren.

    Ich werde mit Frau Tragzeit am Samstag und Sonntag vor Ort sein. In knackigen 30 Minuten werden wir Euch an beiden Tagen jeweils von 11 bis 11:30 Uhr einen kleinen Windelfrei-Vortrag zum Besten geben. Finden könnt Ihr uns dann im Workshop-Raum.

    Pipi im Klo, Mexiko!

    Was rund um den Globus größtenteils normal ist, nennt man in New York Trend. Babys brauchen keine Windeln, auch wenn es die Werbung suggeriert. Jetzt ist es in Berlin angekommen - die Rückbesinnung auf die natürliche Säuglingspflege.

    Keine Familie mit Baby entgeht der Toilettenthematik. Es ist nur die Frage, wann sie sich dem stellt. Heute weiß man, dass die meisten Babys von Geburt an signalisieren, wenn sie mal müssen. Wenn die Eltern den Babys dann liebevoll und achtsam dabei helfen, sich zu erleichtern, behalten sie das Bewusstsein für ihre Ausscheidungen und müssen es nicht zum späteren Zeitpunkt mühsam wieder erlernen. Die natürliche Säuglingspflege (in Kurzform Windelfrei) kann eine tatsächliche Alternative zum Vollzeitwickeln mit Stoff- und Wegwerfwindeln sein.

    Im Vortrag gibt es wissenschaftliche Hintergrundinformationen, erste Praxistipps und Raum für Fragen, damit der Einstieg zu Windelfrei gelingt.

    Den Vortrag gestalten Monique Reiter (Elternberaterin) und Christina Baris (Ärztin).

  • ZAPPENDUSTER - Geburtshilfe in Deutschland

    zappenduster

    Das Sterben ist leiser geworden. Nicht weniger. Lasst das nicht zu!
    von Michaela Skott

    Ihr Lieben,

    wir wissen, dass im wirklichen Leben viele, viele Menschen denken, das Hebammenproblem ist gelöst. Das ist falsch!!!

    1. Es betrifft längst nicht nur die Hebammen. Sondern die gesamte Geburtshilfe. Dort wo Kliniken schließen, schließen Geburtshäuser, geben Hebammen ihre Tätigkeit auf. Hebammen, die in größter wirschaftlicher Unsicherheit kalkulieren (müssen) haben keine Kraft oder finanzielle Ressourcen mehr und hören ebenfalls auf. Dadurch werden die weißen Flecken auf der Landkarte der bundesweiten Geburtshilfe immer größer. In vielen ländlichen Gebieten finden sich schon heute keine Angebote mehr.

    2. Es gibt KEIN Versicherungsangebot für die Geburtshilfe (GH) nach 2016. KEINES. Das wirkt sich bereits HEUTE aus. Die Hebammen steigen aus, niedergelassene Gynäkologen geben die GH ebenfalls auf. Das ändert sich auch nicht mit den von Hermann Gröhe angekündigten Gesetzesänderungen. Der Versicherungsmarkt in diesem Sektor ist faktisch tot. Ob die kommenden Änderungen zur Wiederbelebung reichen, ist fraglich.

    Als Elternprotest arbeiten wir derzeit an einer offiziellen schriftlichen Stellungnahme zu diesem Gesetzesentwurf. Das bindet viele unserer Kapazitäten. Aber wir wollen gehört werden und wir brauchen dafür EUCH!

    Verbreitet per Copy-&-Paste und in allen Gesprächen die Nachricht, dass noch lange nichts gelöst ist. Werdet aktiv und holt neue Protestler dazu. WIR alle müssen den Protest von hier nach draußen tragen. Wenn die Welle der Empörung abebbt, wird es bald zappenduster in den Kliniken, Geburtshäusern und Hebammenpraxen landauf und landab. BITTE, BITTE nicht nur abnicken, sondern teilen, teilen, teilen - auch und gerade abseits von Smartphones und PCs! Redet mit euren Abgeordneten, die es vielfach nicht besser wissen, die teilweise selbst glauben, dass das Thema jetzt vom Tisch ist. Weist Freunde und Bekannte auf die Problematik hin. Werdet laut!

    Das Sterben ist leiser geworden. Nicht weniger. Lasst das nicht zu!

    Am 5. November geben wir unsere Stellungnahme ab. Im Bundestag und öffentlich!

  • Hebammenprotest: Unterstützen, Abgeordneten schreiben, vernetzen!

    Heute erreicht mich ein Nachtrag mit Infos zum Hebammenprotest:

    Elterninitiative Hebammenunterstützung

    http://www.hebammenunterstuetzung.de/

    facebook Gruppe der Hebammenunterstützung
    https://www.facebook.com/groups/hebammenunterstuetzung/

    Gruppe Abgeordneten-Gespräche, dort bekommen Interessierte komprimierte Infos, können sich mit anderen austauschen, Berichte lesen (Treffen mit MdB, MdL, Bürgermeistern, Stadträten, Kommunalpolitikern, ...)

    https://www.facebook.com/groups/245958908946371/

    Der Elternprotest Düsseldorf und Umgebung hat auch einen blog:

    http://elternprotestduesseldorf.wordpress.com/

    Vielen Dank an Julia!!

  • Schaffe eine Standardsituation!

    Ich habe mal ein wenig in den Blogeintragsentwürfen gekramt und eine Notiz von mir aus dem letzten Winter gefunden...

    Donnerstagsserie - Irgendwo zwischen Windelfrei und Wegwerfwindel ...

    Immer mal wieder hat mein Babysohn (11 Monate) eine Phase, in der er nicht abgehalten werden möchte und ich doch das Gefühl habe, dass er eigentlich dringlich müsste. In solchen Momenten nehme ich ihn ganz einfach für einige Zeit (ca. 5-10 Minuten) in die Trage und beschäftige mich weiter mit Alltagsdingen. Dann biete ich ihm später das Abhalten noch einmal an und er pinkelt ganz entspannt seine große Ladung.

    Diese Standardsituation klappt fast genauso gut, wie nach dem Schlafen bei uns.

  • Montags-Mantra: Findet eure Wut II - Rettet die Hebammen!

    Wut ist immer ein sekundäres Gefühl. Die spannende Frage ist: Was steckt hinter meiner Wut? Heute mal anders:

    Nutzt eure Wut und arbeitet weiter an der Hebammenrettung!

    Voriges Jahr hatte ich mich mit Wut schonmal beschäftigt, als Mantra "Finde deine Wut".

    Heute stoße ich auf ein Posting auf Facebook "VERBOGENES HANDY IPHONE6 VS. DIE ZUKUNFT DER GEBURTSHILFE IN DEUTSCHLAND".

    Und es macht erst wütend - "Warum ist die Welt so?" fragt Christina in der Artgerecht-Timeline und ich frage mich: Warum macht es mich wütend?

    Weil es mich traurig macht. Weil ich verzweifelt bin. Und warum bin ich verzweifelt? Weil ich hilflos bin.

    Aha! Ich weiß nicht, was ich tun soll und fühle mich einem System ausgeliefert, das etwas entscheidet, das ich nicht will und es ist schon soo viel gekämpft worden, aber es passiert nichts. Nichts? Es passiert viel! Und es muss weiter viel passieren!

    Die Seite Elternprotest Jena/Weimar versorgt ihre Leser mit aktuellen Infos.

    Aktuelle Termine von Hebammenfuerdeutschland.de findet ihr hier.

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    Ein Blick auf den Facebook-Feed von Katharina Hartmann, die sich für die Hebammen und eine freie Geburt stark macht, zeigt, dass auch international ganz schön viel passiert.

    Auf Facebook findet ihr Rettet unsere Hebammen mit immer aktuellen Infos.

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    Unterstützt die Postkartenaktion: Das erste Gesicht.

    Ruft eure Abgeordneten an und sprecht das Problem an - je mehr Leute sich persönlich melden, umso besser!

    Und nicht zuletzt: Schaut euch den Film an, "Podiumsdiskussion" klingt trocken und abgedroschen, das ist es aber nicht!!! Er ist absolut sehenswert.

    Findet eure Wut. Findet euren Weg, etwas zu tun.

    Bildschirmfoto 2014-10-06 um 14.00.22

  • Verkehrte Welt...

    Ein Kommentar von Roland Wirzbinna, dem Regisseur von Ozean der Emotionen, geschrieben am 03.10.2014:

    VERBOGENES HANDY IPHONE6 VS. DIE ZUKUNFT DER GEBURTSHILFE IN DEUTSCHLAND

    Ein Videoclip auf YouTube (Dauer: 4 Min. 31 Sek.) – in dem es darum geht, dass man das IPhone 6 mit den Händen verbiegen kann - wurde innerhalb von 24 Stunden über 20.000.000 (Millionen!) Mal angeschaut. Es steht jetzt seit einer Woche im Netz und wurde bis heute (03.10.2014) 49.856.485 Mal angesehen, 173.732 Mal mit Daumen hoch bewertet und über 41.000 Kommentare wurden abgegeben. Es handelt sich wohl um ein wirklich wichtiges und diskussionswürdiges Ereignis. Ich weiß selbstverständlich, dass die ganze Welt Zugriff auf diesen Clip hat, aber das haben sie auch auf den zum Vergleich unten dargestellten Clip.

    BEVOR ICH ZUM VERGLEICH KOMME, IST FOLGENDES ANZUMERKEN: Es ist schon absurd, dass unsere Gesellschaft immer weniger die emotionalen/sozialen Werte, als den Erhalt und die Werte ihrer materiellen Errungenschaften zu würdigen weiß. Sind denn der Fokus und die Einstellung der Menschen nur noch auf das Materielle ausgerichtet? Erkennen wir immer wieder nur dann jenes menschliche Potential in uns, wenn "couragierte Unikate" in den Medien einen kurzen Moment für ihre außergewöhnlichen Taten (welche doch eigentlich als normal gelten sollten) dargestellt werden?

    In Deutschland steht zurzeit die Zukunft der Geburtshilfe und somit auch der Beruf der Hebamme in Frage: "Darf die werdende Mutter weiterhin frei entscheiden, wie, wo und wann sie ihr Baby gebären will und hat sie weiterhin die Möglichkeit, die Hebammenkunst, wie sie zurzeit noch ausgeübt wird, genießen zu können?" Dürfen die Hebammen endlich einmal wieder ihre Arbeit verrichten ohne dabei ständig von den finanziellen HAFTverPFLICHTungen erdrückt zu werden?

    Ich finde die Tragweite dieser Entwicklung einfach so gravierend, da es um die Zukunft unserer Gesellschaft geht. Es ist nicht egal, wie wir geboren werden! Die Geburt hat einen sehr großen Einfluss auf die Entwicklung des Menschen bzw. der Familien und somit auch auf die Entwicklung einer Gesellschaft. Es erschreckt mich, mit welcher Einstellung und geringer Tatkraft einerseits die politischen Verantwortlichen und andererseits der größte Teil der Bevölkerung Deutschlands sich diesem Thema widmen. Mögen die politischen Interessen – wie immer – auf das Fortbestehen der politischen Kultur ausgerichtet sein, so sollte doch aber auf jeden Fall das Interesse der Gesellschaft auf das Fortbestehen ihrer eigenen Lebensqualität größer ausfallen. Doch irgendwie haben sich hier die Prioritäten der Menschen in eine Richtung verschoben, welche ich nur schwer nachvollziehen kann.

    NUN DER VERGLEICH: Die Podiumsdiskussion über das Thema "Die Zukunft der Geburtshilfe in Deutschland" (Länge: 1Std. 36 Min. 15 Sek.) wurde innerhalb von 24 Stunden knapp 1350 Mal angesehen, 9 mal mit "Daumen hoch" bewertet und mit 1 Kommentar bedacht. Ich danke selbstverständlich allen ganz herzlich, die sich die Zeit genommen haben und sich die Podiumsdiskussion angeschaut haben, die Daumen hoch halten und für den Kommentar! Ich gehe davon aus, dass der überwiegende Teil der Zuschauer Hebammen sind. Doch wo sind die Eltern? Die werdenden Eltern? Eltern, die ihren Töchtern die gleichen Rechte und Rahmenbedingungen ermöglichen wollen, die sie selber in Anspruch nehmen konnten? Würden die Eltern hier nicht Fragen stellen?

    Ich habe da eine Frage! Was ist das für eine Zeit, wo ein verbogenes Handy mehr Aufsehen erregt als ein Menschenrecht?

    An alle Hebammen und alle Menschen, die gegen den oben dargestellten Zustand protestieren, sich aufreiben um gehört zu werden, die für ihre RECHTE (und die Rechte Anderer) einstehen, kämpfen, Zeit und Geld investieren, Projekte aus dem Boden stampfen, Risiken eingehen, Solidarität zeigen u.v.m.: Es tut mir sehr leid, dass wir mit unserer Arbeit nicht einmal einen Bruchteil der Zuschauerzahlen der Handyverbieger erreicht haben. Vielleicht nutzen wir diese Plattform nicht richtig, vielleicht fehlt es noch an Aufklärung, ich weiß es nicht, aber ich werde es prüfen.

    Allerdings lässt es auch tief blicken. Es ist zu erkennen, dass der Kampf – wie oben beschrieben – nicht nur ein Kampf gegen eine abwartende Regierung, sondern vielmehr ein Kampf gegen Windmühlen ist, da die Gesellschaft doch bereits verbogen wurde. In dieser krummen Haltung ist es schwierig, einmal einen Rundumblick zu starten. So bildet sich nur ein Tunnelblick und die Wahrnehmung der Mitmenschen bleibt somit auf der Strecke. Daher ist es jetzt umso wichtiger endlich wieder aufrecht zu stehen und sich – auch wenn es einen nicht persönlich betrifft – für das RECHT der werdenden Mütter/der ungeborenen Babys stark zu machen.

    An alle anderen Menschen, die mit dem Thema nicht vertraut sind, die ggf. meinen, man kann sowieso nichts ändern und vielleicht schon zu sehr lange verbogen sind, möchte ich folgenden Wunsch äußern: Helfen Sie bitte mit (!), damit die Gesellschaft endlich wieder den Mut hat, aufrecht zu stehen und für die Interessen Anderer einsteht (denn schließlich wurden wir ja alle einmal geboren!) und als Zeichen, dass es uns nicht egal ist, wie sich unsere Zukunft entwickelt und dass ein Handy NICHT wichtiger ist als ein Menschenrecht, würde ich mich sehr freuen, wenn diesem Text (den Inhalten) mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird als der Handyverbiegerei.

    Anmerkung: Es geht mir hier nicht um "Klick-Neid", sondern vielmehr um das Verständnis, wie sich eine Gesellschaft nur für so etwas - wie ich finde: unwichtiges - begeistern kann, während ernste Themen von denen irgendwann einmal alle betroffen sein werden – wie z. B. auch der Klimawandel, Freihandelsabkommen, Fracking in Deutschland usw., anscheinend keine Anteilnahme zu erwarten ist. Später im Schaden zu leben und sagen zu müssen: "Das habe ich nicht gewusst", wäre schließlich der Lohn für die heutige Unaufmerksamkeit.

    Herzliche Grüße,
    Roland Wirzbinna

  • Die Zukunft der Geburtshilfe in Deutschland...

    ... steht wohl in den Sternen. Die Politik erwacht für dieses wichtige Thema nicht aus dem Dornröschenschlaf. Wie sonst konnte zunächst erst schleichend und nun rapide das Hebammensterben voranschreiten und immer mehr Geburtskliniken schließen?! Eine flächendeckende, wohnortnahe geburtshilfliche Versorgung ist in Deutschland nicht mehr gegeben.
    Um Aufklärungsarbeit zu leisten, veranstaltete der Filmemacher Roland Wirzbinna im Sommer 2014 eine Podiumsdiskussion mit gut gewählten Gästen. Nun hat er die gefilmte Diskussion aufgearbeitet, geschnitten und sie für alle zugänglich online gestellt.

    Prädikat SEHENSWERT!

  • Mut zum Windelfei-Start!

    Heute berichet Ira von ihren ersten Windelfrei-Erfahrungen:

    Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
    Ich habe von Freunden davon erfahren und konnte das Abhalten ihres Sohnes live miterleben. Das hat mich sehr beeindruckt. In der Schwangerschaft habe ich dann viel zum Thema gelesen (Bücher, Internet), einen Windelfrei-Kurs besucht und bin zu Windelfrei-Treffen gegangen – das alles hat mich schon vor der Geburt stark motiviert. Allerdings wollte ich mich nicht unter Druck setzen direkt nach der Geburt zu beginnen und wollte erstmal alles auf mich zukommen lassen.

    Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
    10 Tage

    Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
    Ca. 8-10 Stoffwindeln

    Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit und wie alt ist Dein Kind mittlerweile?
    Wir machen Teilzeit-Windelfrei mit derzeit 4-5 Mullwindeln in 24h (0-4 nachts und 0-4 über den Tag). Unsere Kleine ist 10 Wochen alt.

    Nutzt Du auch andere Backups?
    Bislang fast nur Mullwindeln. Entweder als Einlage in Windel-Überhosen aus Wolle oder im Windelgürtel, gefaltet mit Snappi ohne Überhose, als Einlage in der Wollaspa, einfach so unterm nackten Kind, etc. Wenn ich mutiger bin (meist tagsüber zu Hause), nehme ich Frottee-Unterhosen.

    Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
    Einmal vor dem Start, seitdem nicht mehr

    Welche Standardsituationen probierst Du aus?
    - immer nach dem Aufwachen
    - in den ersten Wochen immer beim Stillen, jetzt meist davor oder danach (wenn sie nach dem Stillen nicht einschläft). Wenn sie nach dem Aufwachen sofort stillen und nicht erst abgehalten werden möchte, halte ich sie auch jetzt noch während des Stillens ab
    - immer nach längeren Phasen gesteigerter Aufmerksamkeit (z.B. spielen, Besuch)

    Wann klappt es am besten?
    Nach dem Aufwachen.

    Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
    Max. 5 min schätze ich. Nach dem Aufwachen oder zwischendurch beim Stillen muss es manchmal aber auch sehr schnell gehen...

    Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
    Asia-Töpfchen für die Nacht, für unterwegs und beim/nach dem Stillen damit ich nicht aufstehen muss bzw. schnell reagieren kann und. Funktioniert bei uns gut. Zu Beginn hatten wir verschieden große Plastikschüsseln, über die wir sie abgehalten haben, was deutlich anstrengender und umständlicher war als sie jetzt einfach (gut gestützt) aufs Asia-Töpfchen zu setzen. Ansonsten nutzen wir zu Hause meist das Waschbecken oder den Garten.

    Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein?
    Am Anfang brauchte es viel Zeit, Geduld und Aufmerksamkeit, nun spielt es sich immer besser ein, so dass ich es jetzt als weniger Arbeit empfinde und für die Zukunft (über die gesamte Wickeldauer gesehen) auch so einschätze. Allerdings habe ich bislang nur mit Stoff gewickelt, was ja viele auch als arbeitsintensiver empfinden als WWW. Im Vergleich zu WWW kann ich also nichts sagen.

    Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seit ihr Windelfrei macht und was?
    Da wir relativ früh begonnen haben, weiß ich nicht so recht wie es anders gewesen wäre. Ich bin aufmerksam(er) für die Bedürfnisse meiner Tochter und es ist ein gutes Gefühl diese nun auch in Bezug auf ihre Ausscheidungen (zumindest oft) wahrnehmen und darauf eingehen zu können.

    Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
    Für mich war/ist wichtig...
    1. Mut zum Start: hätten wir nicht schon sehr früh mit einer Pilzinfektion zu tun gehabt, hätte ich Windelfrei (vor allem nachts) wohl deutlich später begonnen. So habe ich mich erst gar nicht richtig ans Wickeln als "das Normale" gewöhnt und bin jetzt froh darüber.
    2. Geeignetes Equipment: z.B. Asia-Töpfchen (brachte deutliche Entspannung nachts, unterwegs und beim Stillen), Babystulpen, die Wollaspa-Hose aus dem abhala (jetzt, da es kälter wird, vor allem für unterwegs...)
    3. Austausch und (mentale) Unterstützung: Freunde, Windelfrei-Kurs, Windelfrei/artgerecht-Treffen, Partner, Internet, Literatur...

    Vielen lieben Dank!

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