szmmctag
  • Hebammenprotest: Unterstützen, Abgeordneten schreiben, vernetzen!

    Heute erreicht mich ein Nachtrag mit Infos zum Hebammenprotest:

    Elterninitiative Hebammenunterstützung

    http://www.hebammenunterstuetzung.de/

    facebook Gruppe der Hebammenunterstützung
    https://www.facebook.com/groups/hebammenunterstuetzung/

    Gruppe Abgeordneten-Gespräche, dort bekommen Interessierte komprimierte Infos, können sich mit anderen austauschen, Berichte lesen (Treffen mit MdB, MdL, Bürgermeistern, Stadträten, Kommunalpolitikern, ...)

    https://www.facebook.com/groups/245958908946371/

    Der Elternprotest Düsseldorf und Umgebung hat auch einen blog:

    http://elternprotestduesseldorf.wordpress.com/

    Vielen Dank an Julia!!

  • Schaffe eine Standardsituation!

    Ich habe mal ein wenig in den Blogeintragsentwürfen gekramt und eine Notiz von mir aus dem letzten Winter gefunden...

    Donnerstagsserie - Irgendwo zwischen Windelfrei und Wegwerfwindel ...

    Immer mal wieder hat mein Babysohn (11 Monate) eine Phase, in der er nicht abgehalten werden möchte und ich doch das Gefühl habe, dass er eigentlich dringlich müsste. In solchen Momenten nehme ich ihn ganz einfach für einige Zeit (ca. 5-10 Minuten) in die Trage und beschäftige mich weiter mit Alltagsdingen. Dann biete ich ihm später das Abhalten noch einmal an und er pinkelt ganz entspannt seine große Ladung.

    Diese Standardsituation klappt fast genauso gut, wie nach dem Schlafen bei uns.

  • Montags-Mantra: Findet eure Wut II - Rettet die Hebammen!

    Wut ist immer ein sekundäres Gefühl. Die spannende Frage ist: Was steckt hinter meiner Wut? Heute mal anders:

    Nutzt eure Wut und arbeitet weiter an der Hebammenrettung!

    Voriges Jahr hatte ich mich mit Wut schonmal beschäftigt, als Mantra "Finde deine Wut".

    Heute stoße ich auf ein Posting auf Facebook "VERBOGENES HANDY IPHONE6 VS. DIE ZUKUNFT DER GEBURTSHILFE IN DEUTSCHLAND".

    Und es macht erst wütend - "Warum ist die Welt so?" fragt Christina in der Artgerecht-Timeline und ich frage mich: Warum macht es mich wütend?

    Weil es mich traurig macht. Weil ich verzweifelt bin. Und warum bin ich verzweifelt? Weil ich hilflos bin.

    Aha! Ich weiß nicht, was ich tun soll und fühle mich einem System ausgeliefert, das etwas entscheidet, das ich nicht will und es ist schon soo viel gekämpft worden, aber es passiert nichts. Nichts? Es passiert viel! Und es muss weiter viel passieren!

    Die Seite Elternprotest Jena/Weimar versorgt ihre Leser mit aktuellen Infos.

    Aktuelle Termine von Hebammenfuerdeutschland.de findet ihr hier.

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    Ein Blick auf den Facebook-Feed von Katharina Hartmann, die sich für die Hebammen und eine freie Geburt stark macht, zeigt, dass auch international ganz schön viel passiert.

    Auf Facebook findet ihr Rettet unsere Hebammen mit immer aktuellen Infos.

    Bildschirmfoto 2014-10-06 um 14.01.46

    Unterstützt die Postkartenaktion: Das erste Gesicht.

    Ruft eure Abgeordneten an und sprecht das Problem an - je mehr Leute sich persönlich melden, umso besser!

    Und nicht zuletzt: Schaut euch den Film an, "Podiumsdiskussion" klingt trocken und abgedroschen, das ist es aber nicht!!! Er ist absolut sehenswert.

    Findet eure Wut. Findet euren Weg, etwas zu tun.

    Bildschirmfoto 2014-10-06 um 14.00.22

  • Verkehrte Welt...

    Ein Kommentar von Roland Wirzbinna, dem Regisseur von Ozean der Emotionen, geschrieben am 03.10.2014:

    VERBOGENES HANDY IPHONE6 VS. DIE ZUKUNFT DER GEBURTSHILFE IN DEUTSCHLAND

    Ein Videoclip auf YouTube (Dauer: 4 Min. 31 Sek.) – in dem es darum geht, dass man das IPhone 6 mit den Händen verbiegen kann - wurde innerhalb von 24 Stunden über 20.000.000 (Millionen!) Mal angeschaut. Es steht jetzt seit einer Woche im Netz und wurde bis heute (03.10.2014) 49.856.485 Mal angesehen, 173.732 Mal mit Daumen hoch bewertet und über 41.000 Kommentare wurden abgegeben. Es handelt sich wohl um ein wirklich wichtiges und diskussionswürdiges Ereignis. Ich weiß selbstverständlich, dass die ganze Welt Zugriff auf diesen Clip hat, aber das haben sie auch auf den zum Vergleich unten dargestellten Clip.

    BEVOR ICH ZUM VERGLEICH KOMME, IST FOLGENDES ANZUMERKEN: Es ist schon absurd, dass unsere Gesellschaft immer weniger die emotionalen/sozialen Werte, als den Erhalt und die Werte ihrer materiellen Errungenschaften zu würdigen weiß. Sind denn der Fokus und die Einstellung der Menschen nur noch auf das Materielle ausgerichtet? Erkennen wir immer wieder nur dann jenes menschliche Potential in uns, wenn "couragierte Unikate" in den Medien einen kurzen Moment für ihre außergewöhnlichen Taten (welche doch eigentlich als normal gelten sollten) dargestellt werden?

    In Deutschland steht zurzeit die Zukunft der Geburtshilfe und somit auch der Beruf der Hebamme in Frage: "Darf die werdende Mutter weiterhin frei entscheiden, wie, wo und wann sie ihr Baby gebären will und hat sie weiterhin die Möglichkeit, die Hebammenkunst, wie sie zurzeit noch ausgeübt wird, genießen zu können?" Dürfen die Hebammen endlich einmal wieder ihre Arbeit verrichten ohne dabei ständig von den finanziellen HAFTverPFLICHTungen erdrückt zu werden?

    Ich finde die Tragweite dieser Entwicklung einfach so gravierend, da es um die Zukunft unserer Gesellschaft geht. Es ist nicht egal, wie wir geboren werden! Die Geburt hat einen sehr großen Einfluss auf die Entwicklung des Menschen bzw. der Familien und somit auch auf die Entwicklung einer Gesellschaft. Es erschreckt mich, mit welcher Einstellung und geringer Tatkraft einerseits die politischen Verantwortlichen und andererseits der größte Teil der Bevölkerung Deutschlands sich diesem Thema widmen. Mögen die politischen Interessen – wie immer – auf das Fortbestehen der politischen Kultur ausgerichtet sein, so sollte doch aber auf jeden Fall das Interesse der Gesellschaft auf das Fortbestehen ihrer eigenen Lebensqualität größer ausfallen. Doch irgendwie haben sich hier die Prioritäten der Menschen in eine Richtung verschoben, welche ich nur schwer nachvollziehen kann.

    NUN DER VERGLEICH: Die Podiumsdiskussion über das Thema "Die Zukunft der Geburtshilfe in Deutschland" (Länge: 1Std. 36 Min. 15 Sek.) wurde innerhalb von 24 Stunden knapp 1350 Mal angesehen, 9 mal mit "Daumen hoch" bewertet und mit 1 Kommentar bedacht. Ich danke selbstverständlich allen ganz herzlich, die sich die Zeit genommen haben und sich die Podiumsdiskussion angeschaut haben, die Daumen hoch halten und für den Kommentar! Ich gehe davon aus, dass der überwiegende Teil der Zuschauer Hebammen sind. Doch wo sind die Eltern? Die werdenden Eltern? Eltern, die ihren Töchtern die gleichen Rechte und Rahmenbedingungen ermöglichen wollen, die sie selber in Anspruch nehmen konnten? Würden die Eltern hier nicht Fragen stellen?

    Ich habe da eine Frage! Was ist das für eine Zeit, wo ein verbogenes Handy mehr Aufsehen erregt als ein Menschenrecht?

    An alle Hebammen und alle Menschen, die gegen den oben dargestellten Zustand protestieren, sich aufreiben um gehört zu werden, die für ihre RECHTE (und die Rechte Anderer) einstehen, kämpfen, Zeit und Geld investieren, Projekte aus dem Boden stampfen, Risiken eingehen, Solidarität zeigen u.v.m.: Es tut mir sehr leid, dass wir mit unserer Arbeit nicht einmal einen Bruchteil der Zuschauerzahlen der Handyverbieger erreicht haben. Vielleicht nutzen wir diese Plattform nicht richtig, vielleicht fehlt es noch an Aufklärung, ich weiß es nicht, aber ich werde es prüfen.

    Allerdings lässt es auch tief blicken. Es ist zu erkennen, dass der Kampf – wie oben beschrieben – nicht nur ein Kampf gegen eine abwartende Regierung, sondern vielmehr ein Kampf gegen Windmühlen ist, da die Gesellschaft doch bereits verbogen wurde. In dieser krummen Haltung ist es schwierig, einmal einen Rundumblick zu starten. So bildet sich nur ein Tunnelblick und die Wahrnehmung der Mitmenschen bleibt somit auf der Strecke. Daher ist es jetzt umso wichtiger endlich wieder aufrecht zu stehen und sich – auch wenn es einen nicht persönlich betrifft – für das RECHT der werdenden Mütter/der ungeborenen Babys stark zu machen.

    An alle anderen Menschen, die mit dem Thema nicht vertraut sind, die ggf. meinen, man kann sowieso nichts ändern und vielleicht schon zu sehr lange verbogen sind, möchte ich folgenden Wunsch äußern: Helfen Sie bitte mit (!), damit die Gesellschaft endlich wieder den Mut hat, aufrecht zu stehen und für die Interessen Anderer einsteht (denn schließlich wurden wir ja alle einmal geboren!) und als Zeichen, dass es uns nicht egal ist, wie sich unsere Zukunft entwickelt und dass ein Handy NICHT wichtiger ist als ein Menschenrecht, würde ich mich sehr freuen, wenn diesem Text (den Inhalten) mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird als der Handyverbiegerei.

    Anmerkung: Es geht mir hier nicht um "Klick-Neid", sondern vielmehr um das Verständnis, wie sich eine Gesellschaft nur für so etwas - wie ich finde: unwichtiges - begeistern kann, während ernste Themen von denen irgendwann einmal alle betroffen sein werden – wie z. B. auch der Klimawandel, Freihandelsabkommen, Fracking in Deutschland usw., anscheinend keine Anteilnahme zu erwarten ist. Später im Schaden zu leben und sagen zu müssen: "Das habe ich nicht gewusst", wäre schließlich der Lohn für die heutige Unaufmerksamkeit.

    Herzliche Grüße,
    Roland Wirzbinna

  • Die Zukunft der Geburtshilfe in Deutschland...

    ... steht wohl in den Sternen. Die Politik erwacht für dieses wichtige Thema nicht aus dem Dornröschenschlaf. Wie sonst konnte zunächst erst schleichend und nun rapide das Hebammensterben voranschreiten und immer mehr Geburtskliniken schließen?! Eine flächendeckende, wohnortnahe geburtshilfliche Versorgung ist in Deutschland nicht mehr gegeben.
    Um Aufklärungsarbeit zu leisten, veranstaltete der Filmemacher Roland Wirzbinna im Sommer 2014 eine Podiumsdiskussion mit gut gewählten Gästen. Nun hat er die gefilmte Diskussion aufgearbeitet, geschnitten und sie für alle zugänglich online gestellt.

    Prädikat SEHENSWERT!

  • Mut zum Windelfei-Start!

    Heute berichet Ira von ihren ersten Windelfrei-Erfahrungen:

    Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
    Ich habe von Freunden davon erfahren und konnte das Abhalten ihres Sohnes live miterleben. Das hat mich sehr beeindruckt. In der Schwangerschaft habe ich dann viel zum Thema gelesen (Bücher, Internet), einen Windelfrei-Kurs besucht und bin zu Windelfrei-Treffen gegangen – das alles hat mich schon vor der Geburt stark motiviert. Allerdings wollte ich mich nicht unter Druck setzen direkt nach der Geburt zu beginnen und wollte erstmal alles auf mich zukommen lassen.

    Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
    10 Tage

    Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
    Ca. 8-10 Stoffwindeln

    Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit und wie alt ist Dein Kind mittlerweile?
    Wir machen Teilzeit-Windelfrei mit derzeit 4-5 Mullwindeln in 24h (0-4 nachts und 0-4 über den Tag). Unsere Kleine ist 10 Wochen alt.

    Nutzt Du auch andere Backups?
    Bislang fast nur Mullwindeln. Entweder als Einlage in Windel-Überhosen aus Wolle oder im Windelgürtel, gefaltet mit Snappi ohne Überhose, als Einlage in der Wollaspa, einfach so unterm nackten Kind, etc. Wenn ich mutiger bin (meist tagsüber zu Hause), nehme ich Frottee-Unterhosen.

    Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
    Einmal vor dem Start, seitdem nicht mehr

    Welche Standardsituationen probierst Du aus?
    - immer nach dem Aufwachen
    - in den ersten Wochen immer beim Stillen, jetzt meist davor oder danach (wenn sie nach dem Stillen nicht einschläft). Wenn sie nach dem Aufwachen sofort stillen und nicht erst abgehalten werden möchte, halte ich sie auch jetzt noch während des Stillens ab
    - immer nach längeren Phasen gesteigerter Aufmerksamkeit (z.B. spielen, Besuch)

    Wann klappt es am besten?
    Nach dem Aufwachen.

    Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
    Max. 5 min schätze ich. Nach dem Aufwachen oder zwischendurch beim Stillen muss es manchmal aber auch sehr schnell gehen...

    Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
    Asia-Töpfchen für die Nacht, für unterwegs und beim/nach dem Stillen damit ich nicht aufstehen muss bzw. schnell reagieren kann und. Funktioniert bei uns gut. Zu Beginn hatten wir verschieden große Plastikschüsseln, über die wir sie abgehalten haben, was deutlich anstrengender und umständlicher war als sie jetzt einfach (gut gestützt) aufs Asia-Töpfchen zu setzen. Ansonsten nutzen wir zu Hause meist das Waschbecken oder den Garten.

    Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein?
    Am Anfang brauchte es viel Zeit, Geduld und Aufmerksamkeit, nun spielt es sich immer besser ein, so dass ich es jetzt als weniger Arbeit empfinde und für die Zukunft (über die gesamte Wickeldauer gesehen) auch so einschätze. Allerdings habe ich bislang nur mit Stoff gewickelt, was ja viele auch als arbeitsintensiver empfinden als WWW. Im Vergleich zu WWW kann ich also nichts sagen.

    Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seit ihr Windelfrei macht und was?
    Da wir relativ früh begonnen haben, weiß ich nicht so recht wie es anders gewesen wäre. Ich bin aufmerksam(er) für die Bedürfnisse meiner Tochter und es ist ein gutes Gefühl diese nun auch in Bezug auf ihre Ausscheidungen (zumindest oft) wahrnehmen und darauf eingehen zu können.

    Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
    Für mich war/ist wichtig...
    1. Mut zum Start: hätten wir nicht schon sehr früh mit einer Pilzinfektion zu tun gehabt, hätte ich Windelfrei (vor allem nachts) wohl deutlich später begonnen. So habe ich mich erst gar nicht richtig ans Wickeln als "das Normale" gewöhnt und bin jetzt froh darüber.
    2. Geeignetes Equipment: z.B. Asia-Töpfchen (brachte deutliche Entspannung nachts, unterwegs und beim Stillen), Babystulpen, die Wollaspa-Hose aus dem abhala (jetzt, da es kälter wird, vor allem für unterwegs...)
    3. Austausch und (mentale) Unterstützung: Freunde, Windelfrei-Kurs, Windelfrei/artgerecht-Treffen, Partner, Internet, Literatur...

    Vielen lieben Dank!

  • Montags-Mantra: "Mach was Neues!"

    "Wenn Du willst, was Du nie gehabt hast, tue, was Du nie getan hast"

    ergänze: "Oder was Du selten tust." Und das können ganz einfache Dinge sein.

    Familie bedeutet ja oft: Viel zu tun, knappe Zeitpläne, immer gleiche Abläufe, Alltag, Alltag, Alltag...

    Ich persönlich liebe Alltag. Ruhe und Rhythmus sind meine Freunde - was auch daran liegt, dass ich schon immer viel unterwegs war und diese Inseln der rhythmischen Tage sehr genießen kann. Aber ich weiß auch, wie ich manchmal in meinem eigenen "Saft" versinke, nicht mehr rechts und links schaue, sondern nur noch am Rechner sitze, auf Facebook starre oder zwischen Wald, Spielplatz und zu Hause pendele.

    Dann hilft es mir, mich umzuschauen. Mal etwas zu machen, was wir nicht jeden Tag machen, auch wenn es einen kleinen zusätzlichen Kraftaufwand kostet. Unser Mini-Beispiel vom Wochenende:

    Wir sind ins Neanderthaler-Museum gefahren und haben uns - wie immer beim Artgerecht-Projekt alles ganz genau angesehen ;):

    Nic_Neanderthaler Kopie

    Und ein paar erstaunliche Entdeckungen gemacht, z.B, diesen schönen Text hier über Kindheit in Sibirien (als Teil der Schamenen-Sonderaustellung) - klingt verdammt nach Attachment -Parenting:

    2014-09-28 14.27.13_Kindheit_

    Sogar die menschliche Frühgeburt, die uns zu abhängigen Säuglingen macht, wurde erwähnt inklusive Omas und Einbindung des Clans!

    2014-09-28 16.12.44_Frühgeburt Mensch

    Und dass dicke Frauen schon immer schön waren, zeigten mir mal wieder diese Figurinen:

    2014-09-28 15.32.05_Frauenfigurinen_Steinzeit

    Nicht zuletzt hatten wir eine Menge Spass :), wie z.B. hier beim Bestaunen der Höhlenmalereien:

    2014-09-28 15.31.46_FamilieMuseum_Neanderthal

    Klar, es war anstrengend, aber es hat uns sooo gut getan. Einfach mal rauskommen. Einfach mal die Perspektive wechseln. Einfach mal bestaunen, was andere Menschen so wunderbares machen und nicht zuletzt - wunderbare, echte Menschen treffen :).

    Schon Pläne fürs Wochenende :)?

    Einen schönen Wochenanfang wünsche ich allen!

  • Montag-Mantra: Fehler sind erlaubt

    Immer wieder höre ich von Müttern und Vätern:

    "Erzähle mir blooooß nicht, was Du dazu denkst, dann krieg ich immer so ein schlechtes Gewissen, was ich schon alles falsch gemacht habe."

    Und sie sind immer sehr erstaunt, wenn ich antworte:

    "Das macht nichts. Man lernt sich halt Stück für Stück kennen. Die Kinder gehen ja nicht gleich kaputt."

    Es ist wie ein Slogan eines befreundeten Projektes sagt: Liebt euch selbst, liebt einander. Fehler sind erlaubt!

    Love each other

    Eltern sind Menschen. Eltern sind heute stärker gefordert als je zuvor. Deshalb ist es gut, sich hin und wieder zu sagen:

    Fehler sind erlaubt.

    Aus meiner Sicht ist nur wichtig, dass wir a) uns unseres Verhaltens und seiner Auswirkungen bewusst sind und b) Fehler zugeben.

    a) ist der erste Schritt dorthin, Verhalten, das wir selbst an uns nicht mögen, zu ändern
    b) ist die Möglichkeit für unsere Kinder, mit unseren Fehlern zu leben, sie als solche - und uns als Menschen - zu erkennen und es selbst ggf. sogar anders zu machen.

    Bei Babys ist es wie in der Liebe: Wir lernen erst einander zu verstehen und lernen einander erst kennen. Natürlich interpretieren wir am Anfang vieles falsch oder finden schlicht nicht heraus, was das Kind hat - bei Windelfrei: Ob es jetzt wirklich muss oder nicht. Und das gehört dazu.

    Es ist ein gemeinsamer Lernprozess, der zu allen Zeiten zwischen allen Eltern und Kindern stattgefunden hat. Nur, dass andere Kulturen und Zeiten mehr Hilfe hatten. Erfahrungsgemäß merkt meine Mutter drei Mal schneller als ich, wenn mein Kind Hunger hat oder mal muss. Wenn ich mir vorstelle, wie das Leben wäre, wenn ich lauter erfahrene Mütter alltäglich um mich herum gehabt hätte, die viel mehr Erfahrung haben und so viele Fehler schon gemacht haben, die ich nicht mehr machen muss (und was für tolle neue Fehler ich dann hätte wohl machen können ;)).

    Und selbst wenn wir es wirklich mal verbockt haben und das Kind Symptome von Stress zeigt: Es gibt fast nichts, was man nicht mit Zuwendung, Liebe und Ruhe wieder gut machen könnte. Also -macht euch nicht verrückt! Macht euch keine Selbstvorwürfe und ärgert euch nicht - vor allem nicht über euch selbst und schon gar nicht über euer Kind. Anstrengende Kinder sind immer Benutzerfehler, aber Stress, Schuld und Selbstvorwürfe machen aus Eltern keine besseren Eltern, sondern gestresstere Eltern. Also dürfen wir uns getrost entspannen und aus dieser Warte anschauen, wo wir Fehler machen, uns sagen: "Fehler sind erlaubt" und uns dann vornehmen, dass wir es morgen ein einziges Mal besser machen. Nur ein Mal. Das reicht.

    Ein Mal am Tag nicht verschlafen, nicht das abhalten verschieben, nicht an der falschen Brust stillen (und dann eine zu volle zweite haben), nicht Tragetuch falsch binden, nicht aufbrausend sein, ruhig und passend reagieren, den Wutanfall des Kleinkindes liebevoll und geduldig begleiten... was immer es ist, freut euch, wenn ihr einen Fehler, den ihr oft macht, einmal nicht gemacht habt. Und lobt euch dafür! Am nächsten Tag wird es garantiert noch besser werden. Das funktioniert viel besser, als sich abends aufzuzählen, wo ich heute schon wieder überall nicht angerufen habe, obwohl so viel zu tun ist. Ich habe EINEN Anruf erledigt, EIN Buch vorgelesen - also prima! Gut gemacht! Weiter so :). Nicht nur unsere Kinder profitieren von positiven Rückmeldungen, auch wir - vor allem in unserem Gedankenkarussel im Kopf!

    Mein Lieblingsfehler ist übrigens: Ich bin ungeduldig. Oft. Leider. Immer wieder. Und ich sage mittlerweile: "Es tut mir leid, ich bin total ungeduldig, aber ich habe es jetzt gerade innerlich so eilig, ich finde keine Ruhe, ich will einfach, dass das jetzt fertig wird!" Und das hilft den Kids. Der Große erinnert mich sogar schon daran: "Mamaaaa... nicht so ungeduldig, du wolltest dich doch bessern!" Was nett ist - im Gegenzug kann ich nämlich zu ihm sagen, wenn er mich irgendwohin hetzt: "Hm, mein Schatz, jetzt bist Du aber ungeduldig....ja....manchmal ist Geduld so schwer, ich kenne das." - und dann grinsen wir beide.

  • Achtsamkeit und Empathie in der Gemeinschaft

    +++++ FÜR KURZENTSCHLOSSENE IN BERLIN +++++

    Leider wird man Jesper Juul aufgrund seiner Krankheit wohl eher nicht wieder auf einer Bühne sehen. Dafür ist morgen abend seine Kollegin Helle Jensen in Berlin und stellt ihr neues Buch vor:

    Hell wach und ganz bei sich

    Flyer_Jensen_Achtsamkeit_Berlin_neu_1 Flyer_Jensen_Achtsamkeit_Berlin_neu_2

    Infos zur Veranstaltung gibt es hier.

    Ich bin schon sehr gespannt. Auch würde ich mich freuen bekannte Gesichter vom Artgerecht Treffen wiederzusehen.

    Lies auch hier: Achtsamkeit auch nach der Kleinkindzeit

  • Es ist schwer ohne Austausch!

    Und noch eine Julia schrieb mir ihren Windelfrei-Erfahrungsbericht für unsere Serie:

    Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
    Ich habe während meiner Schwangerschaft in einer Eltern-Zeitschrift einen Bericht einer Mutter von einem windelfreien Baby gelesen. Ich fand die Idee interessant und bin dann auf das Buch "Es geht auch ohne Windeln?" gestoßen. Damals habe ich mich entschieden, es zu versuchen. Dennoch habe ich mir Stoffwindeln besorgt, um mich nicht gleich zu überfordern.
    Als dann das Baby da war, habe ich überhaupt keinen Gedanken mehr an Windelfrei verschwendet. Alles war so neu und anstrengend. Allein das Stillen war eine Herausforderung. Das Thema Stoffwindeln war auch bald gegessen, da mir mein Sohn mit dem riesen Windelpaket total leid tat. Ich habe dann Wegwerfwindeln benutzt.
    Windelfrei fiel mir erst wieder im Juni ein, als das Wetter sehr warm wurde und mir auffiel, dass mein Baby in der Windel schwitzte.

    Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
    Er war damals 2 Monate alt.

    Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
    Ich habe wirklich sehr viele Wegwerfwindeln verbraucht. Oft bis zu 10 Stück und mehr in 24 Stunden.

    Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit und wie alt ist Dein Kind mittlerweile?
    Das ist sehr unterschiedlich. Ich würde sagen, 4-6 Stück in der Woche. Mein Kind ist nun 5 Monate alt.

    Nutzt Du auch andere Backups?
    Auf die Idee, eine Windel zu benutzen und trotzdem abzuhalten bin ich eigentlich nie gekommen. Ich habe die WWW meistens benutzt, wenn ich die Nase voll von dem Herumgepinkle hatte und keine sauberen Mulltücher mehr hatte.
    Mein Sohn lag meistens auf seinem Lammfell mit einem Mulltuch zwischen den Beinen.
    Doch dieses Backup war für die stets steigende Urinmenge bald nicht mehr genug. Das Abhalten funktionierte dann allerdings bald besser, als er mehr bei pro Abhalten dafür aber weniger oft pinkelte.
    Nachts liegt er mit dem Unterkörper auf einem Lammfell, auf dem ein Moltontuch liegt. Versäume ich ihn abzuhalten, geht das Wechseln des Tuchs ganz schnell.

    Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
    Er hat immer mal wieder einen roten Po. Den hatte er mit Windel und hat ihn auch jetzt noch. Einmal hatte er kleine Bläschen beim After. Verdammte Schokolade. Da fing ich dann auch an, ihn nachts abzuhalten, damit die Bläschen schneller abheilen.

    Welche Standardsituationen probierst Du aus?
    nach dem Aufwachen - funktioniert nicht immer. Entweder ich bin zu früh, zu spät oder er muss nach einem kurzen Nickerchen überhaupt nicht.
    beim Stillen - machen wir nicht. Wir stillen fast immer im Liegen. Früher habe ich ihm ein Mulltuch zwischen die Beine geklemmt. Das ist aber jetzt zu wenig. Wir liegen auf besagtem Lammfell mit Moltontuch. Bis vor kurzem hat er dabei immer gepinkelt. Ich habe dann kurz unterbrochen, das Tuch gewechselt und weiter gestillt. Nun ist es so, dass ihm das wohl auf die Nerven ging, und er beim Stillen nicht mehr pinkelt. Wahnsinn, oder?
    nach dem Stillen - er pinkelt meist 15 Minuten nach dem Stillen 3 Mal im 15-Minuten-Takt. Ist aber tageszeitabhängig.
    Wenn ich ihn aus dem Tragetuch nehme, halte ich ihn immer ab.

    Wann klappt es am besten?
    Mein Baby signalisiert meistens nur sehr subtil bzw. kann das leise Stöhnen auch etwas anderes bedeuten. Ich habe sehr lange nach Signalen gesucht, bis ich auf dieses Stöhnen aufmerksam geworden bin. Wobei ich sagen muss, dass ich sehr auf akustische Signale fixiert bin.
    Jedenfalls ist mir aufgefallen, dass es mit der Intuition am besten klappt, wenn wir irgendwo zu Besuch sind, ich neben ihm auf seiner Decke sitze und mich jemanden unterhalte. Ich bin also ganz nah bei ihm, konzentriere mich aber eigentlich auf etwas anderes. Und dann kommt die Eingebung und ich liege meistens richtig, was im Alltag nicht immer der Fall ist.

    Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
    Mittlerweile oft 5 Minuten oder länger. Manchmal kann er noch gar nicht richtig, wenn er signalisiert hat.

    Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
    Wir haben anfangs eine kleine Plastikwanne benutzt. Ich habe auch Asiatöpfchen gekauft, die ich aber für Buben unpraktisch finde, da man den Penis immer etwas runterdrücken muss, damit das Pipi im Topf landet. Außerdem kommt oft beim Pinkeln auch hinten was mit und dafür ist der Topf zu klein.
    Mittlerweile benutze ich die Abwäsche in der Küche. Mein Mann fand das anfangs ekelig, aber unser Badezimmer liegt nicht zentral genug. In der Nacht benutzen wir eine alte Babybadewanne, da sein Pipistrahl sehr weit reicht.
    Ich habe nun auch ein herkömmliches Töpfchen gekauft und möchte es bald benutzen, wenn er mit Hilfe halbwegs darauf sitzen kann.

    Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein: eher mehr Arbeit ? eher weniger Arbeit ? genauso viel Arbeit wie beim Wickeln?
    Ich denke, es ist genauso viel Arbeit als das Wickeln. Abhalten geht schneller, dafür macht man es öfter. Die Wäscheberge, die ich wasche, sind wahrscheinlich in etwa die gleichen, als wenn ich mit Stoffwindeln wickeln würde.
    Wobei meinem Sohn in den ersten Lebensmonaten dauernd die Wegwerfwindeln ausgeronnen ist. Ich musste ihn oft 5 Mal am Tag umziehen, auch nachts passierte das regelmäßig. Dabei war die Windel aber keineswegs überfüllt.

    Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seit ihr Windelfrei macht und was?
    Ich nehme ihn als selbstständige Persönlichkeit mit starkem Willen war.
    Ich hatte anfangs auch das Problem zu erkennen, wann er müde war und in den Schlaf begleitet werden wollte. Meist war er dann schon so müde, dass er sehr schlecht einschlief. Durch das genaue Beobachten und Suchen nach Signalen, habe ich eher wahrgenommen, wann er müde wurde und konnte gleich reagieren. Das hat uns das Leben sehr erleichtert.

    Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
    Nicht aufgeben! Es wird besser! Sie pinkeln nicht ihr Leben lang alle 5 Minuten.
    Ich glaube, ich habe ihn durch zeitweiliges Windeltragen verwirrt. Unbewusst habe ich das dann als eine Auszeit für mich gesehen und seine Signale ausgeblendet? das hat ihn bestimmt verwirrt. Vielleicht setzt er deshalb seine Signale nicht verlässlich.
    Ich habe ihn vielleicht manchmal zu oft abgehalten. Das passiert mich auch jetzt noch, dass ich ihn abhalte und er muss gar nicht.
    Mein größtes Problem war und ist noch immer: Ich kenne keine anderen Windelfrei-Mütter! Das Leben ist schwer ohne Austausch.

    Vielen lieben Dank!

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