szmmctag
  • Mut zum Windelfei-Start!

    Heute berichet Ira von ihren ersten Windelfrei-Erfahrungen:

    Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
    Ich habe von Freunden davon erfahren und konnte das Abhalten ihres Sohnes live miterleben. Das hat mich sehr beeindruckt. In der Schwangerschaft habe ich dann viel zum Thema gelesen (Bücher, Internet), einen Windelfrei-Kurs besucht und bin zu Windelfrei-Treffen gegangen – das alles hat mich schon vor der Geburt stark motiviert. Allerdings wollte ich mich nicht unter Druck setzen direkt nach der Geburt zu beginnen und wollte erstmal alles auf mich zukommen lassen.

    Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
    10 Tage

    Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
    Ca. 8-10 Stoffwindeln

    Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit und wie alt ist Dein Kind mittlerweile?
    Wir machen Teilzeit-Windelfrei mit derzeit 4-5 Mullwindeln in 24h (0-4 nachts und 0-4 über den Tag). Unsere Kleine ist 10 Wochen alt.

    Nutzt Du auch andere Backups?
    Bislang fast nur Mullwindeln. Entweder als Einlage in Windel-Überhosen aus Wolle oder im Windelgürtel, gefaltet mit Snappi ohne Überhose, als Einlage in der Wollaspa, einfach so unterm nackten Kind, etc. Wenn ich mutiger bin (meist tagsüber zu Hause), nehme ich Frottee-Unterhosen.

    Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
    Einmal vor dem Start, seitdem nicht mehr

    Welche Standardsituationen probierst Du aus?
    - immer nach dem Aufwachen
    - in den ersten Wochen immer beim Stillen, jetzt meist davor oder danach (wenn sie nach dem Stillen nicht einschläft). Wenn sie nach dem Aufwachen sofort stillen und nicht erst abgehalten werden möchte, halte ich sie auch jetzt noch während des Stillens ab
    - immer nach längeren Phasen gesteigerter Aufmerksamkeit (z.B. spielen, Besuch)

    Wann klappt es am besten?
    Nach dem Aufwachen.

    Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
    Max. 5 min schätze ich. Nach dem Aufwachen oder zwischendurch beim Stillen muss es manchmal aber auch sehr schnell gehen...

    Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
    Asia-Töpfchen für die Nacht, für unterwegs und beim/nach dem Stillen damit ich nicht aufstehen muss bzw. schnell reagieren kann und. Funktioniert bei uns gut. Zu Beginn hatten wir verschieden große Plastikschüsseln, über die wir sie abgehalten haben, was deutlich anstrengender und umständlicher war als sie jetzt einfach (gut gestützt) aufs Asia-Töpfchen zu setzen. Ansonsten nutzen wir zu Hause meist das Waschbecken oder den Garten.

    Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein?
    Am Anfang brauchte es viel Zeit, Geduld und Aufmerksamkeit, nun spielt es sich immer besser ein, so dass ich es jetzt als weniger Arbeit empfinde und für die Zukunft (über die gesamte Wickeldauer gesehen) auch so einschätze. Allerdings habe ich bislang nur mit Stoff gewickelt, was ja viele auch als arbeitsintensiver empfinden als WWW. Im Vergleich zu WWW kann ich also nichts sagen.

    Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seit ihr Windelfrei macht und was?
    Da wir relativ früh begonnen haben, weiß ich nicht so recht wie es anders gewesen wäre. Ich bin aufmerksam(er) für die Bedürfnisse meiner Tochter und es ist ein gutes Gefühl diese nun auch in Bezug auf ihre Ausscheidungen (zumindest oft) wahrnehmen und darauf eingehen zu können.

    Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
    Für mich war/ist wichtig...
    1. Mut zum Start: hätten wir nicht schon sehr früh mit einer Pilzinfektion zu tun gehabt, hätte ich Windelfrei (vor allem nachts) wohl deutlich später begonnen. So habe ich mich erst gar nicht richtig ans Wickeln als "das Normale" gewöhnt und bin jetzt froh darüber.
    2. Geeignetes Equipment: z.B. Asia-Töpfchen (brachte deutliche Entspannung nachts, unterwegs und beim Stillen), Babystulpen, die Wollaspa-Hose aus dem abhala (jetzt, da es kälter wird, vor allem für unterwegs...)
    3. Austausch und (mentale) Unterstützung: Freunde, Windelfrei-Kurs, Windelfrei/artgerecht-Treffen, Partner, Internet, Literatur...

    Vielen lieben Dank!

  • Montags-Mantra: "Mach was Neues!"

    "Wenn Du willst, was Du nie gehabt hast, tue, was Du nie getan hast"

    ergänze: "Oder was Du selten tust." Und das können ganz einfache Dinge sein.

    Familie bedeutet ja oft: Viel zu tun, knappe Zeitpläne, immer gleiche Abläufe, Alltag, Alltag, Alltag...

    Ich persönlich liebe Alltag. Ruhe und Rhythmus sind meine Freunde - was auch daran liegt, dass ich schon immer viel unterwegs war und diese Inseln der rhythmischen Tage sehr genießen kann. Aber ich weiß auch, wie ich manchmal in meinem eigenen "Saft" versinke, nicht mehr rechts und links schaue, sondern nur noch am Rechner sitze, auf Facebook starre oder zwischen Wald, Spielplatz und zu Hause pendele.

    Dann hilft es mir, mich umzuschauen. Mal etwas zu machen, was wir nicht jeden Tag machen, auch wenn es einen kleinen zusätzlichen Kraftaufwand kostet. Unser Mini-Beispiel vom Wochenende:

    Wir sind ins Neanderthaler-Museum gefahren und haben uns - wie immer beim Artgerecht-Projekt alles ganz genau angesehen ;):

    Nic_Neanderthaler Kopie

    Und ein paar erstaunliche Entdeckungen gemacht, z.B, diesen schönen Text hier über Kindheit in Sibirien (als Teil der Schamenen-Sonderaustellung) - klingt verdammt nach Attachment -Parenting:

    2014-09-28 14.27.13_Kindheit_

    Sogar die menschliche Frühgeburt, die uns zu abhängigen Säuglingen macht, wurde erwähnt inklusive Omas und Einbindung des Clans!

    2014-09-28 16.12.44_Frühgeburt Mensch

    Und dass dicke Frauen schon immer schön waren, zeigten mir mal wieder diese Figurinen:

    2014-09-28 15.32.05_Frauenfigurinen_Steinzeit

    Nicht zuletzt hatten wir eine Menge Spass :), wie z.B. hier beim Bestaunen der Höhlenmalereien:

    2014-09-28 15.31.46_FamilieMuseum_Neanderthal

    Klar, es war anstrengend, aber es hat uns sooo gut getan. Einfach mal rauskommen. Einfach mal die Perspektive wechseln. Einfach mal bestaunen, was andere Menschen so wunderbares machen und nicht zuletzt - wunderbare, echte Menschen treffen :).

    Schon Pläne fürs Wochenende :)?

    Einen schönen Wochenanfang wünsche ich allen!

  • Montag-Mantra: Fehler sind erlaubt

    Immer wieder höre ich von Müttern und Vätern:

    "Erzähle mir blooooß nicht, was Du dazu denkst, dann krieg ich immer so ein schlechtes Gewissen, was ich schon alles falsch gemacht habe."

    Und sie sind immer sehr erstaunt, wenn ich antworte:

    "Das macht nichts. Man lernt sich halt Stück für Stück kennen. Die Kinder gehen ja nicht gleich kaputt."

    Es ist wie ein Slogan eines befreundeten Projektes sagt: Liebt euch selbst, liebt einander. Fehler sind erlaubt!

    Love each other

    Eltern sind Menschen. Eltern sind heute stärker gefordert als je zuvor. Deshalb ist es gut, sich hin und wieder zu sagen:

    Fehler sind erlaubt.

    Aus meiner Sicht ist nur wichtig, dass wir a) uns unseres Verhaltens und seiner Auswirkungen bewusst sind und b) Fehler zugeben.

    a) ist der erste Schritt dorthin, Verhalten, das wir selbst an uns nicht mögen, zu ändern
    b) ist die Möglichkeit für unsere Kinder, mit unseren Fehlern zu leben, sie als solche - und uns als Menschen - zu erkennen und es selbst ggf. sogar anders zu machen.

    Bei Babys ist es wie in der Liebe: Wir lernen erst einander zu verstehen und lernen einander erst kennen. Natürlich interpretieren wir am Anfang vieles falsch oder finden schlicht nicht heraus, was das Kind hat - bei Windelfrei: Ob es jetzt wirklich muss oder nicht. Und das gehört dazu.

    Es ist ein gemeinsamer Lernprozess, der zu allen Zeiten zwischen allen Eltern und Kindern stattgefunden hat. Nur, dass andere Kulturen und Zeiten mehr Hilfe hatten. Erfahrungsgemäß merkt meine Mutter drei Mal schneller als ich, wenn mein Kind Hunger hat oder mal muss. Wenn ich mir vorstelle, wie das Leben wäre, wenn ich lauter erfahrene Mütter alltäglich um mich herum gehabt hätte, die viel mehr Erfahrung haben und so viele Fehler schon gemacht haben, die ich nicht mehr machen muss (und was für tolle neue Fehler ich dann hätte wohl machen können ;)).

    Und selbst wenn wir es wirklich mal verbockt haben und das Kind Symptome von Stress zeigt: Es gibt fast nichts, was man nicht mit Zuwendung, Liebe und Ruhe wieder gut machen könnte. Also -macht euch nicht verrückt! Macht euch keine Selbstvorwürfe und ärgert euch nicht - vor allem nicht über euch selbst und schon gar nicht über euer Kind. Anstrengende Kinder sind immer Benutzerfehler, aber Stress, Schuld und Selbstvorwürfe machen aus Eltern keine besseren Eltern, sondern gestresstere Eltern. Also dürfen wir uns getrost entspannen und aus dieser Warte anschauen, wo wir Fehler machen, uns sagen: "Fehler sind erlaubt" und uns dann vornehmen, dass wir es morgen ein einziges Mal besser machen. Nur ein Mal. Das reicht.

    Ein Mal am Tag nicht verschlafen, nicht das abhalten verschieben, nicht an der falschen Brust stillen (und dann eine zu volle zweite haben), nicht Tragetuch falsch binden, nicht aufbrausend sein, ruhig und passend reagieren, den Wutanfall des Kleinkindes liebevoll und geduldig begleiten... was immer es ist, freut euch, wenn ihr einen Fehler, den ihr oft macht, einmal nicht gemacht habt. Und lobt euch dafür! Am nächsten Tag wird es garantiert noch besser werden. Das funktioniert viel besser, als sich abends aufzuzählen, wo ich heute schon wieder überall nicht angerufen habe, obwohl so viel zu tun ist. Ich habe EINEN Anruf erledigt, EIN Buch vorgelesen - also prima! Gut gemacht! Weiter so :). Nicht nur unsere Kinder profitieren von positiven Rückmeldungen, auch wir - vor allem in unserem Gedankenkarussel im Kopf!

    Mein Lieblingsfehler ist übrigens: Ich bin ungeduldig. Oft. Leider. Immer wieder. Und ich sage mittlerweile: "Es tut mir leid, ich bin total ungeduldig, aber ich habe es jetzt gerade innerlich so eilig, ich finde keine Ruhe, ich will einfach, dass das jetzt fertig wird!" Und das hilft den Kids. Der Große erinnert mich sogar schon daran: "Mamaaaa... nicht so ungeduldig, du wolltest dich doch bessern!" Was nett ist - im Gegenzug kann ich nämlich zu ihm sagen, wenn er mich irgendwohin hetzt: "Hm, mein Schatz, jetzt bist Du aber ungeduldig....ja....manchmal ist Geduld so schwer, ich kenne das." - und dann grinsen wir beide.

  • Achtsamkeit und Empathie in der Gemeinschaft

    +++++ FÜR KURZENTSCHLOSSENE IN BERLIN +++++

    Leider wird man Jesper Juul aufgrund seiner Krankheit wohl eher nicht wieder auf einer Bühne sehen. Dafür ist morgen abend seine Kollegin Helle Jensen in Berlin und stellt ihr neues Buch vor:

    Hell wach und ganz bei sich

    Flyer_Jensen_Achtsamkeit_Berlin_neu_1 Flyer_Jensen_Achtsamkeit_Berlin_neu_2

    Infos zur Veranstaltung gibt es hier.

    Ich bin schon sehr gespannt. Auch würde ich mich freuen bekannte Gesichter vom Artgerecht Treffen wiederzusehen.

    Lies auch hier: Achtsamkeit auch nach der Kleinkindzeit

  • Es ist schwer ohne Austausch!

    Und noch eine Julia schrieb mir ihren Windelfrei-Erfahrungsbericht für unsere Serie:

    Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
    Ich habe während meiner Schwangerschaft in einer Eltern-Zeitschrift einen Bericht einer Mutter von einem windelfreien Baby gelesen. Ich fand die Idee interessant und bin dann auf das Buch "Es geht auch ohne Windeln?" gestoßen. Damals habe ich mich entschieden, es zu versuchen. Dennoch habe ich mir Stoffwindeln besorgt, um mich nicht gleich zu überfordern.
    Als dann das Baby da war, habe ich überhaupt keinen Gedanken mehr an Windelfrei verschwendet. Alles war so neu und anstrengend. Allein das Stillen war eine Herausforderung. Das Thema Stoffwindeln war auch bald gegessen, da mir mein Sohn mit dem riesen Windelpaket total leid tat. Ich habe dann Wegwerfwindeln benutzt.
    Windelfrei fiel mir erst wieder im Juni ein, als das Wetter sehr warm wurde und mir auffiel, dass mein Baby in der Windel schwitzte.

    Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
    Er war damals 2 Monate alt.

    Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
    Ich habe wirklich sehr viele Wegwerfwindeln verbraucht. Oft bis zu 10 Stück und mehr in 24 Stunden.

    Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit und wie alt ist Dein Kind mittlerweile?
    Das ist sehr unterschiedlich. Ich würde sagen, 4-6 Stück in der Woche. Mein Kind ist nun 5 Monate alt.

    Nutzt Du auch andere Backups?
    Auf die Idee, eine Windel zu benutzen und trotzdem abzuhalten bin ich eigentlich nie gekommen. Ich habe die WWW meistens benutzt, wenn ich die Nase voll von dem Herumgepinkle hatte und keine sauberen Mulltücher mehr hatte.
    Mein Sohn lag meistens auf seinem Lammfell mit einem Mulltuch zwischen den Beinen.
    Doch dieses Backup war für die stets steigende Urinmenge bald nicht mehr genug. Das Abhalten funktionierte dann allerdings bald besser, als er mehr bei pro Abhalten dafür aber weniger oft pinkelte.
    Nachts liegt er mit dem Unterkörper auf einem Lammfell, auf dem ein Moltontuch liegt. Versäume ich ihn abzuhalten, geht das Wechseln des Tuchs ganz schnell.

    Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
    Er hat immer mal wieder einen roten Po. Den hatte er mit Windel und hat ihn auch jetzt noch. Einmal hatte er kleine Bläschen beim After. Verdammte Schokolade. Da fing ich dann auch an, ihn nachts abzuhalten, damit die Bläschen schneller abheilen.

    Welche Standardsituationen probierst Du aus?
    nach dem Aufwachen - funktioniert nicht immer. Entweder ich bin zu früh, zu spät oder er muss nach einem kurzen Nickerchen überhaupt nicht.
    beim Stillen - machen wir nicht. Wir stillen fast immer im Liegen. Früher habe ich ihm ein Mulltuch zwischen die Beine geklemmt. Das ist aber jetzt zu wenig. Wir liegen auf besagtem Lammfell mit Moltontuch. Bis vor kurzem hat er dabei immer gepinkelt. Ich habe dann kurz unterbrochen, das Tuch gewechselt und weiter gestillt. Nun ist es so, dass ihm das wohl auf die Nerven ging, und er beim Stillen nicht mehr pinkelt. Wahnsinn, oder?
    nach dem Stillen - er pinkelt meist 15 Minuten nach dem Stillen 3 Mal im 15-Minuten-Takt. Ist aber tageszeitabhängig.
    Wenn ich ihn aus dem Tragetuch nehme, halte ich ihn immer ab.

    Wann klappt es am besten?
    Mein Baby signalisiert meistens nur sehr subtil bzw. kann das leise Stöhnen auch etwas anderes bedeuten. Ich habe sehr lange nach Signalen gesucht, bis ich auf dieses Stöhnen aufmerksam geworden bin. Wobei ich sagen muss, dass ich sehr auf akustische Signale fixiert bin.
    Jedenfalls ist mir aufgefallen, dass es mit der Intuition am besten klappt, wenn wir irgendwo zu Besuch sind, ich neben ihm auf seiner Decke sitze und mich jemanden unterhalte. Ich bin also ganz nah bei ihm, konzentriere mich aber eigentlich auf etwas anderes. Und dann kommt die Eingebung und ich liege meistens richtig, was im Alltag nicht immer der Fall ist.

    Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
    Mittlerweile oft 5 Minuten oder länger. Manchmal kann er noch gar nicht richtig, wenn er signalisiert hat.

    Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
    Wir haben anfangs eine kleine Plastikwanne benutzt. Ich habe auch Asiatöpfchen gekauft, die ich aber für Buben unpraktisch finde, da man den Penis immer etwas runterdrücken muss, damit das Pipi im Topf landet. Außerdem kommt oft beim Pinkeln auch hinten was mit und dafür ist der Topf zu klein.
    Mittlerweile benutze ich die Abwäsche in der Küche. Mein Mann fand das anfangs ekelig, aber unser Badezimmer liegt nicht zentral genug. In der Nacht benutzen wir eine alte Babybadewanne, da sein Pipistrahl sehr weit reicht.
    Ich habe nun auch ein herkömmliches Töpfchen gekauft und möchte es bald benutzen, wenn er mit Hilfe halbwegs darauf sitzen kann.

    Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein: eher mehr Arbeit ? eher weniger Arbeit ? genauso viel Arbeit wie beim Wickeln?
    Ich denke, es ist genauso viel Arbeit als das Wickeln. Abhalten geht schneller, dafür macht man es öfter. Die Wäscheberge, die ich wasche, sind wahrscheinlich in etwa die gleichen, als wenn ich mit Stoffwindeln wickeln würde.
    Wobei meinem Sohn in den ersten Lebensmonaten dauernd die Wegwerfwindeln ausgeronnen ist. Ich musste ihn oft 5 Mal am Tag umziehen, auch nachts passierte das regelmäßig. Dabei war die Windel aber keineswegs überfüllt.

    Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seit ihr Windelfrei macht und was?
    Ich nehme ihn als selbstständige Persönlichkeit mit starkem Willen war.
    Ich hatte anfangs auch das Problem zu erkennen, wann er müde war und in den Schlaf begleitet werden wollte. Meist war er dann schon so müde, dass er sehr schlecht einschlief. Durch das genaue Beobachten und Suchen nach Signalen, habe ich eher wahrgenommen, wann er müde wurde und konnte gleich reagieren. Das hat uns das Leben sehr erleichtert.

    Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
    Nicht aufgeben! Es wird besser! Sie pinkeln nicht ihr Leben lang alle 5 Minuten.
    Ich glaube, ich habe ihn durch zeitweiliges Windeltragen verwirrt. Unbewusst habe ich das dann als eine Auszeit für mich gesehen und seine Signale ausgeblendet? das hat ihn bestimmt verwirrt. Vielleicht setzt er deshalb seine Signale nicht verlässlich.
    Ich habe ihn vielleicht manchmal zu oft abgehalten. Das passiert mich auch jetzt noch, dass ich ihn abhalte und er muss gar nicht.
    Mein größtes Problem war und ist noch immer: Ich kenne keine anderen Windelfrei-Mütter! Das Leben ist schwer ohne Austausch.

    Vielen lieben Dank!

  • #Vereinbarkeitsgeschichten: Mein Nach-Beitrag zur Blogparade

    Liebe Runde,

    ich werde sooo oft gefragt: "Wie MACHST Du denn all das mit zwei kleinen Kindern daheim???"

    Die Kurzform meiner Antwort lautet: Erst mit wenig Schlaf, dann mit viel Hilfe und mittlerweile mit viel Organisation. Und mit ein bisschen Mut. :)

    Die Langform lest ihr hier:

    (das neue Buch hat mich total in Beschlag genommen, aber jetzt isses raus und ich kann nochmal meinen Nachtrag zur Vereinbarkeit hier posten)

    => Lies mehr!

  • Montags-Mantra: Fasse Dich kurz!

    Das Leben mit AP-Kindern - so könnte man meinen - ist eine Aneinanderreihung von erbaulichen Momenten und seliger Glücklichkeit. Nun - zumindest bei uns ist es nicht immer so. Es gibt auch Momente, in denen ich genervt, sauer, gereizt, wütend, müde oder traurig bin. Und dann meckere ich. Doof, ist aber so.

    Was ich gelernt habe und was grooooß an meiner Küchentafel steht, ist: Wenn Du schon meckerst oder Dich beschwerst (oder gar belehrst): FASSE DICH KURZ!

    Sätze à la: "Wieso liegt der Schulranzen schon wieder mitten im Zimmer? Das nervt! Ich will da weder drüberfallen, noch alles wegräumen! Ich habe Dir schon hundert Mal gesagt, dass ich will, dass hier jeder Verantwortung für seine Dinge übernimmt und sie wegräumt, wenn wir nach Hause kommen. Was ist daran so schwer zu verstehen? Ich finde..."

    Vergesst es. Kein Kind hört länger zu als bis "Zimmer", ganz abgebrühte (und viel angemeckerte) Kinder drehen ab "Warum" bereits die Ohren ab. Und ich kann sie verstehen. Wie würde es sich anfühlen, wenn uns jemand so angehen würde? Ich würde mich auf dem Absatz umdrehen.

    Besonders bei meinem Sohn machen lange Ausführungen absolut keinen Sinn. Auch wenn ich manchmal gerne die gesamte Philosophie von Sinn und Kraft einer Gemeinschaft hinterherschicken würde - er hört es sowieso nicht.

    Also habe ich gelernt, mich freundlich und kurz zu halten.

    1. Zuerst benenne ich das, was ist, ohne Bewertung: "Der Schulranzen liegt mitten im Zimmer."

    In den allermeisten Fällen ist das vollkommen ausreichend. Sehr effektiv ist auch: "Die Wohnungstür ist noch auf" - und viel besser als das "Mach die Tür zu!", was ja schon wieder einen Vorwurf beinhaltet.

    2. Wenn das nichts hilft, sage ich klar und kurz, was ich möchte: "Räum bitte den Ranzen weg."

    In 90% der Fälle hilft das jetzt. Allerdings nur, wenn ich mich vorher vergewissert habe, dass ich nicht gerade mit Lego-Yoda um die Aufmerksamkeit meines Sechsjährigen konkurriere (bei uns ist es wie bei Star Wars: Yoda gewinnt immer).

    3. Wenn jetzt immer noch nichts passiert, versuche ich erstmal herauszufinden, was beim Kind gerade los ist - oft arbeitet er innerlich an etwas, das seine Kooperationsfähigkeit blockiert. Ist dem nicht so, dann verkünde ich nochmal meine persönliche Dringlichkeit:

    "Bitte. Jetzt!"

    Genauso gehe ich (in meinem persönlichen Idealfall) vor, wenn mich etwas ärgert, wobei ich a) Du-Botschaften vermeide und b) möglichst sage, was ich will und nicht darüber lamentiere, was ich nicht will.

    "Ich will kein Spielzeug am Tisch, ich will essen und mich ohne R2-D2s Geräusche unterhalten."

    Immer wieder erlebe ich - auch bei anderen Kindern - dass lange Vorträge überhaupt keinen Effekt haben, kurze Infos hingegen sehr viel. Vor allem, wenn das Kind genau weiß, was der Punkt ist.
    Lustigerweise machen wir das bei kleineren Kindern oft automatisch, wir sagen nicht:

    "Ich möchte nicht, dass du an den Herd gehst, du weißt , dass der heiß ist, dass habe ich schon 100 Mal gesagt und ich finde das wirklich nervig, dass ich das immer wieder wiederholen muss und außerdem.."
    sondern wir sagen: "Vorsicht! Heiß!"

    Es scheint mir - auch bei mir selbst - dass ich mit zunehmender Größe des Kindes auch längere Vorträge halte, was nicht immer sinnvoll ist. Damit soll nicht gesagt sein, dass ich später, wenn der Streit vorbei und der Ärger bei allen abgeklungen ist, mich nicht hinsetze und mit dem Kind bespreche, warum wir uns eigentlich über den doofen Ranzen gestritten haben und was heute los war, dass alles so schwer ist. Aber im Moment selbst führt Kürze bei uns eher zu Verständnis.

    Daher ist mein Mantra, besonders beim Großen: Fass Dich kurz!

    Puh - hab ich lange gebraucht, um das auszuführen ;)?

    Allen eine gute Woche!

  • Der erste Attachment Parenting Kongress in Deutschland

    Das liebe Team von Einfach Eltern um Frauke Ludwig und Diana Schwarz richten am 11. und 12. Oktober 2014 den ersten Attachment Parenting Kongress aus.

    Die bekanntesten Fachleute und AutorInnen der Szene geben ihr Wissen weiter.

    Jetzt haben sie eine Rabattaktion gestartet:
    Bis morgen 14 Uhr gibt es die Karten für den Kongress zum ermäßigten Preis!

    Schaut auch hier, warum für Eltern der Kongress ebenso eine tolle Bereicherung ist.

  • Eine Kurznachricht aus dem Alltag...

    Die Elternzeit raste vorbei. Im Nu steht frau mitten im (Teilzeit-)Job und managt die wuselige und lebendige Familie. Doch dabei findet sie nur noch wenig Zeit, sich konkret um Herzensthemen zu kümmern und selbst Gedanken in Schrift zu verwandeln.

    Ihr lieben Mitmamas, wie verlängert man den Tag von 24 auf 72 Stunden?!

    ... Ein wenig Off Topic, aber der Grund für die Blogstille.

  • Jede Familie hat ihre Windelfrei-Version!

    Julia schrieb mir: "Ich war lange Zeit insgeheim enttäuscht, dass es bei uns nicht so richtig geklappt hatte mit dem windelfrei. Aber mittlerweile bin ich ganz froh über unsere Version. Als ich gelesen habe, dass es euer Anliegen ist, zu zeigen wie unterschiedlich wir alle Windelfrei handhaben, hat mich das motiviert diesen Bericht zu schreiben und beizutragen."

    Und hier kommt ihr Windelfrei-Erfahrungsbericht für unsere Serie:

    Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
    Eine Freundin hatte mir davon erzählt. Damals fand ich das ein bisschen merkwürdig... Als ich schwanger wurde, erinnerte ich mich daran und las Ingrid Bauers "Es geht auch ohne Windeln!". Ich war nach den ersten Seiten hellauf begeistert und nahm mir fest vor, es mit meinem Baby auszuprobieren.

    Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
    Ca. 2 Wochen alt. Vorher hatte ich immer den Schlüssellaut gemacht, wenn ich merkte, dass gerade etwas Größeres in die Windel ging. Als mein Sohn etwa 14 Tage alt war, habe ich begonnen ihn immer beim Wickeln (nach dem Stillen) über eine kleine Plastikschüssel zu halten und machte dabei den Signallaut. Das war auf Anhieb erfolgreich. Pipi ging weiterhin in die Windel, das habe ich zunächst nicht versucht abzuhalten, denn es war Winter und mein Neugeborenes war gepuckt ? da wollte ich ihn nicht ständig an- und ausziehen. Im dritten Monat habe ich ihn dann öfters nackig auf eine Decke gelegt und beobachtet. Ansonsten habe ich in dieser Phase Stoffwindeln ohne Überhose oder MokoMini verwendet. Ich konnte jedoch nach drei Wochen des Übens immer noch keine eindeutigen Signale fürs Pipi erkennen. Das hat mich frustriert. Als ich darüberhinaus noch merkte, dass es mich zunehmend nervte und störte, alle paar Minuten meine Tätigkeit zu unterbrechen, um zu probieren, ob er muss oder ihn umzuziehen, habe ich Windelfrei erst mal sein gelassen. Das Abhalten des großen Geschäftchens habe ich jedoch beibehalten - bis heute. Ich merke es entweder an seinem Signal (er pupst) oder ich weiß es einfach von seinem Rhythmus her (der ändert sich allerdings interessanterweise mit jedem Entwicklungsschub). Ich lasse ihn täglich für mindestens 20 Minuten ohne Windel spielen und krabbeln; eventuelle Pfützen werden aufgewischt. Für uns ist das eine gute Lösung so. Wir praktizieren zwar nicht das klassische Windelfrei? (Gibt es das überhaupt?) Mein Sohn trägt die meiste Zeit des Tages und nachts Wegwerfwindeln. Aber er muss zumindest nicht in seinen Exkrementen liegen und ich muss ihn nicht daraus befreien.

    Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
    Das weiß ich nicht mehr genau. Schätzungsweise 5-8 Stoffwindeln.

    Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit und wie alt ist Dein Kind mittlerweile?
    5-6 Wegwerfwindeln; 7 Monate alt

    Nutzt Du auch andere Backups?
    Nein.

    Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
    Nein.

    Welche Standardsituationen probierst Du aus?
    Für das große Geschäft immer vormittags und meistens nach den Mahlzeiten. Sein Rhythmus ist nicht immer gleich. Meistens weiß ich es einfach durch den zeitlichen Abstand zum letzten Abhalten oder durch sein Signal oder weil ich den Eindruck habe, es könnte mal soweit sein. Es ist aber auch mindestens ein Abhalten am Tag dabei, wo ich mich getäuscht habe und wir beide feststellen, dass er nicht muss. Das gehört auch dazu.

    Wann klappt es am besten?
    Vormittags und nach den Mahlzeiten.

    Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
    5 Minuten mindestens (beim großen Geschäft).

    Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
    Anfangs hielt ich ihn über einer kleinen Plastikschüssel über den Wickeltisch ab. Seit etwa dem 6. Monat macht er in die Toilette (wir setzen uns gemeinsam in verkehrter Richtung drauf).

    Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein?
    Definitiv weniger Arbeit! Ich muss nicht mit mehreren Feuchttücher am Popo herumwischen, bis alles entfernt ist. Auch entfällt (nicht zu unterschätzen!) der Gestank beim Wickeln oder aus dem Mülleimer.

    Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seit ihr Windelfrei macht und was?
    Ja, die Kleinen sind in Bezug auf ihre Ausscheidungsbedürfnisse viel bewusster, als ich vorher gedacht hatte und gar nicht so hilflos. Mit ein bisschen Unterstützung kann mein Kind ganz gut für sich sorgen und muss nicht einmal für kurze Zeit in einer vollen miefigen Windel liegen. Ich habe das Gefühl, dass mein Sohn dadurch irgendwie würdevoller Baby sein kann.

    Es fiel mir in den ersten Wochen nach der Geburt zunächst schwer, den intuitiv-fühlenden, mütterlichen Teil in mir zu finden und ihm Raum zu geben. Windelfrei zu probieren hat mir dabei wesentlich geholfen. Das Achtgeben auf subtile Signale, die mein Kind aussendet... diese andere Art von Kommunikation... und dieses schöne Gefühl, wenn es mit dem Abhalten wieder einmal geklappt hat. Freude über unsere Verbundenheit.

    Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
    Wie man an meinem Beispiel doch ganz gut sehen kann: Der Weg ist das Ziel. Klar hatte ich mir das in der Schwangerschaft alles ganz einfach vorgestellt: Wenn ich einmal die Signale kenne, dann halte ich mein Kind einfach immer ab und es braucht keine Windeln. Dann habe ich mich auf den Weg gemacht und es war doch nicht so unkompliziert für mich, wie ich es mir gewünscht habe. Aber auf dem Weg hat sich eine für uns passende Version entwickelt und vor allem habe ich ganz viel über mich selbst und mein Kind gelernt. Es gibt kein Ganz oder Garnicht! Mit Windelfrei lassen sich ganz individuelle Wege finden. Ein Versuch ist es auf jeden Fall wert!

    Vielen herzlichen Dank!

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