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  • Montags-Mantra: Schau raus!

    Der Sommer ist die beste Zeit, um sich klar zu machen: Wir leben in einer Immer-Mehr-Haben-Müssen-Gesellschaft. Aber schaut mal raus! Es ist mehr da, als wir essen können. Wir leben auf einem Planeten des Überflusses, wir müssen nur genau hinschauen.

    Wohin wir auch gehen, überall wächst es wie wild und vieles davon wächst direkt in unsere Beerenpflückerhände: Die wilden Kirschen, die Walderdbeeren, die Johannisbeeren. Der Kirschbaum steht einfach da und verschenkt seine Früchte - er hat ja ein Interesse daran, dass wir die Kerne möglichst weit spucken und so seine Spezies verbreiten. Eine klassische Win-Win-Situation!

    Walderdbeere

    Gleiches mit den Erdbeeren. Und sogar die Brennnesseln, die wirklich überall wachsen, sind lecker, super gesund und ja, man kann sie essen. Hier pflückt sich meine Vierjährige gerade ihren kleinen Waldsnack für zwischendurch:

    Brennessel pflücken

    Dabei verbrennt man sich nicht, wenn man die kleinsten Blätter oben abpflückt und sie nicht seitlich, sondern flach anfässt, wie auf dem Bild.

    Brennessel pflücken

    Jetzt sind auch die Brennnessel- Samen reif, die golden oben an den Pflanzen hängen und leicht nussig schmecken.

    Samen pflücken

    Und es geht ja in den nächsten Monaten so weiter, bei uns werden als nächstes Himbeeren reif, dann Brombeeren.

    Wenn Du das Gefühl hast, die Decke ist überall zu kurz, dann schau raus. Da draußen herrscht der herrlichste Überfluss :).

    Rosen

  • Montags-Mantra: Ich kriege, was ich will!

    Wenn Du haben willst, was du nie gehabt hast, musst Du tun, was du nie getan hast? Ja, aber erst musst Du wagen zu träumen, was du nie geträumt hast.jettyboat-web_190672_by-magann_piqs_de

    Das Leben hilft uns immer zu bekommen, was wir wollen. Es braucht nur klare Anweisungen. Aber Vorsicht: Wenn wir nicht aufpassen, plant jemand "anders" für uns.

    Eine "Vision" oder einen "Lebensplan" zu haben, ist für manche Menschen selbstverständlich. Sie haben das einfach. Für andere ist es etwas, das sie sich mit Büchern und Seminaren aneignen - einfach oder mühsam. Für wieder andere ist es etwas fremdes und eigenartiges, das sie entweder argwöhnisch beäugen und schlicht ablehnen.

    Das Lustige daran ist: Dem Leben ist es völlig gleichgültig, wie wir zu Plänen stehen. Es liefert uns das, was wir bestellen. Punkt. Wenn wir nicht aktiv und bewusst etwas wollen, dann liefert es uns das, was wir unbewusst wollen. Denn wenn wir nicht visionieren, dann macht unser Unterbewusstsein das - und das ist nicht immer das Ergebnis, das wir haben wollen.

    Das heißt: Wenn Du im Leben nicht kriegst, was du willst, musst Du die Führung übernehmen. Deine eigenen Bilder schaffen, deine eigenen Pläne machen! Hinzunehmen, was halt so passiert, klappt nur, wenn dein Unterbewusstsein mit Dir am gleichen Strang zieht. Menschen, die davon ausgehen, dass sie glücklich, zufrieden, erfolgreich und satt sind, werden sich immer wie von selbst in diese Richtung bewegen. Menschen, die gelernt haben, dass sie nichts wert sind, dass Glück nicht möglich ist oder hart erarbeitet werden muss, werden sich ebenfalls ein Leben schaffen, das genau so gestrickt ist. Nicht, weil es nicht anders geht, sondern weil sie das innere Bild haben, das es so sein muss.

    Innere Bilder aber können wir ändern.

    Wenn ich glaube, dass ich hart arbeiten muss, dass man nehmen muss, was man kriegt, dass unsereins sowieso keine Chance hat und dass "erst die Arbeit dann das Vergnügen" kommt, dann wird das so sein. Dann wird das Leben mir noch so viele tolle Optionen bieten können, ich werde sie nicht sehen. Schönes Beispiel dafür, wie das funktioniert: Die meisten von uns sehen nur 10% aller Tiere im Wald - obwohl sie direkt vor unserer Nase sind. Weil wir nur sehen, was wir kennen, was wir erwarten und was wir im Kopf haben.

    Aber wenn ich davon ausgehe, fest davon ausgehe, dass ich eines Tages ein eigenes Haus haben/ im Warmen wohnen / mein eigene Firma haben / einen sinnvollen Job machen werde, dann wird das so sein. Weil mein Such-Radar anders eingestellt ist. Weil ich andere Situationen schaffe, in denen sowas passieren kann. Und ja: Weil das Leben mir die richtigen Optionen bietet. Aber dazu brauche ich das Bild davon in meinem Kopf und in meinem Herzen (und wer ganz sicher gehen will: auf Papier)!

    Wenn ihr kriegen wollt, was ihr wollt - und nicht nur was ihr sollt - dann macht eure eigenen Pläne. Baut in eurem Kopf ein Bild davon, wie es sein soll. So konkret wie möglich. Und dann lasst das Leben eigene Ideen haben.

    Wenn Du haben willst, was du nie gehabt hast, musst Du tun, was du nie getan hast? Ja, aber erst musst Du wagen zu denken und zu träumen, was du nie geträumt hast.

    In diesem Sinne - eine wunderbare Woche!

    Eure Nic

    (Danke für die Inspiration, L.S.!)

  • Montags-Mantra: Ich darf das! - 10 unkorrekte Dinge, die ich mir erlaube, seit ich Mutter bin

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    Was dürft ihr? Seit ich Mutter bin, erlaube ich mir die eine oder andere, schreckliche Unkorrektheit. Politisch unkorrekt. Ökologisch unkorrekt. Sonstwie unkorrekt. Anders gehts manchmal einfach nicht...

    1. Ich darf abends eine halb volle Spülmaschine anwerfen! Jawoll! Klar ist das zuviel Wasserverbrauch! Mir doch egal, mir ist wichtig, dass Morgen früh die Lieblings-Müsli-Schüsseln der Kinder wieder startklar sind. Mein echter Wasserverbrauch liegt bei über 120 Litern, mein "virtueller" Wasserverbrauch angeblich bei 3900 Litern - da kommt es auf die 10 Liter jetzt auch nicht mehr an...

    2. Ich darf eine halb leere Waschmaschine anwerfen! Auch das! Weil wir morgen die Jeans brauchen. Nein, wir haben kein Halb-Voll-Programm...

    3. Ich darf morgens um 11:30 zurück ins Bett gehen und 30 Minuten schlafen bis der Große von der Schule kommt (mein Tag ist da ja auch immerhin schon 5,5 Arbeitsstunden alt, die Nacht nicht eingerechnet...)

    4. Ich darf Glasflaschen in den Hausmüll werfen, weil der Weg zum Glascontainer diese Woche einfach nicht in den Plan passt. Und wenn ich zum Glascontainer gehe, darf ich die Deckel dran lassen - das übrigens höchst offiziell!

    5. Ich darf Kaffee trinken Früher hatte ich die eiserne Regel, dass ein Körper, der müde ist, Schlaf braucht und ihn zu kriegen hat. Heute denke ich das Gleiche, aber wenn ich müde bin, bin ich nicht die Mutter, die ich gerne sein möchte, also: Kaffee.

    6. Ich darf mir beim Telefonieren heimlich schnell die Nägel feilen. (Kein Kommentar ;))

    7. Ich darf meine Einkäufe online bestellen - zur Not auch bei Rewe oder Amazon!Der Einzelhandel! Regional! Wohnortnah! Verpackungsfrei! - machen wir alles. Wenn es geht. Aber bevor wir Tiefkühlpizza essen oder es kein Geburtstagsgeschenk gibt, muss der Lieferservice ran.

    8. Ich darf Tiefkühlpizza kaufen! Essen! Den Kindern geben! Ja, es gibt 1586 gesündere Alternativen, die genau so schnell sind (die hier ist von mir ;)). Egal! Manchmal hilft gegen eine erschöpfte Mutter und total genervte Kinder nur eines: "Kids! Heute gibt ehehehheeees PIZZA!" "YEAH!!!! MAMA! Wir lieben es!!!"

    9. Ich darf 5 Kilo zunehmen, 5 Kilo abnehmen oder beides gleichzeitig! Ich muss nicht tipptopp aussehen Wenn es mich glücklich macht, gut auszusehen - prima! Wenn ich drei Tage lang Tiramisu essen und im Schlabberlook herumlaufen will - lasst mich. Manchmal bin ich so einfach der bessere Mensch.

    10. Ich darf es mir einfach machen:

    anrufen, wenn ich jemanden vermisse, einladen, wenn ich einsam bin, fragen, wenn ich Fragen habe, sagen, wenn ich etwas nicht will, bitten, wenn ich etwas brauche und mich offenbaren, wenn ich jemanden liebe - oder nicht mehr kann. Wir haben nur ein Leben. Ich hab zwei Kinder. Ich muss das Ganze möglichst einfach halten.

    Was dürft ihr? :)
    #blogparade #wasduerftihr

    Gruss zum Montag,
    nica

  • Der COWORKING TODDLER braucht Euch JETZT!

    Über ein halbes Jahr habe ich den Coworking Toddler 2014 (die ursprüngliche Idee findet Ihr hier) aktiv begleitet und vorangetrieben, dann übernahm die Juristin Sandra Runge vom Blog Smart Mama mit ihrem Mann zusammen den Staffelstab und organisierte ein Team um sich herum. Jetzt 2015 soll der Coworking Toddler endlich laufen lernen. Dazu bedarf es dringend die Crowd, also viele kleine und große UnterstützerInnen: STARTNEXT - Coworking Toddler.

    ct startnext

    Nun ist nur noch eine Woche Zeit bis die Fundingschwelle von 15.000 € erreicht sein muss, sonst geht das Geld an alle bisherigen Unterstützer zurück. Das wäre sehr schade und das Coworking Toddler-Konzept würde in weite Ferne rücken.

    Also macht mit! Auch einzelne Euros helfen zur Realisierung des Projektes! Jeder Euro lohnt sich!

    DANKE!!!

  • Stillende Mutter in Hamburg aus dem Bus geworfen

    Eine stillende Mutter musste offenbar gestern in Hamburg einen Bus verlassen:

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    Bildschirmfoto 2015-06-05 um 12.52.15 Quelle: Hamburger Verkehrsverbund

    Gestern erzählte eine Mutter auf Facebook, sie wurde gegen 17 Uhr mit ihrem Kind aus einem Bus der Linie 14 in Hamburg verwiesen. Der Busfahrer forderte nach dem Vernehmen die Mutter über Mikrofon auf, den Bus zu verlassen oder mit dem Stillen aufzuhören, nachdem eine ältere Dame sich beschwert hatte. Die Mutter hatte nach eigenen Angaben diskret gestillt (was immer das heißt und selbst wenn nicht - Hunger geht vor!). Der Busfahrer nötigte sie, auszusteigen. Da er sich weigerte, weiter zu fahren, wurden die anderen Mitfahrer unruhig und sie beugte sich schlussendlich diesem sozialen Druck und verließ den Bus.

    Wenn das so stimmt, sind gleich mehrere Dinge unfassbar:

    - in den Beförderungsbedingungen des HVV (die im übrigen kaum zu finden sind, ich habe sie hier gefunden) steht unter "§ 3 Von der Beförderung ausgeschlossene Personen", dass nur Personen ausgeschlossen werden können, die "die eine Gefahr für die Sicherheit oder Ordnung des Betriebes oder für die Fahrgäste darstellen" - darunter Leute mit Schusswaffen. Dass man im Bus nicht stillen darf, steht dort nirgends und wäre im übrigens aus meiner Sicht auch nicht rechtens, denn:

    - das deutsche Grundgesetz schützt in Artikel 6 besonders Eltern und verpflichtet uns dazu, uns um unsere Kinder zu kümmern - stillen dürfte ja wohl dazu gehören:

    (2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. (...)
    (4) Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft.

    - warum hat niemand für die Frau Partei ergriffen? Wie kann es sein, dass Leute ungeduldig werden, wenn ein Busfahrer eine Mutter mit Kind aus seinem Bus wirft, statt dass sie der Mutter helfen?

    In anderen Ländern - von Australien über Taiwan bis zu den USA - ist öffentliches Stillen häufig sogar ausdrücklich gesetzlich geschützt.

    Wie können wir alle helfen? Franzi von Einfach-Klein hat etwas zusammengestellt:

    Wie könnt ihr helfen?

    Ruft beim Fahrgastservice der Hochbahn an und beschwert euch, verlangt höflich und sachlich, dass dieser Fall geklärt wird und fragt nach, was die Bestimmungen der HOCHBAHN zum Stillen in ihren Fahrzeugen sind (besonders, wenn ihr Hamburger seid, Anm. Nicola).

    Lasst euch weiterleiten zu den entsprechenden Stellen und klärt über die Wichtigkeit des Stillens auf, über das Stillen als euer und das Grundrecht eures Kindes.

    Bittet darum, dass es öffentliche Stellungnahmen gibt und die MitarbeiterInnen und FahrerInnen der Hochbahn geschult werden über die Bestimmungen.

    Keine stillende Mutter sollte diese Demütigung erfahren müssen und die Mitarbeiter sollen entsprechende Informationen bekommen, um stillende Mütter zu schützen und unterstützen, statt sie zu diskriminieren.

    BITTE an euch alle: bleibt höflich, sachlich und respektvoll! Macht euch für die Sache stark, aber verletzt dabei keine Grenzen und werdet nicht beleidigend.

    Ruft an oder mailt dem Fahrgastservice der Hochbahn:

    HOCHBAHN Beschwerdemanagement
    Telefon: 040/32 88-27 23 (Mo–Fr 9–18 Uhr),
    Mail an: info@hochbahn.de

    Ruft den Pressesprecher der Hochbahn an:
    Pressesprecher: Christoph Kreienbaum Tel.: 040/32 88-21 21
    stellv. Pressesprecherin: Christina Becker Tel. 040/32-88-2556
    Mail: presse@hochbahn.de

    Meine Mail an das Beschwerdemanagement:

    Sehr geehrter Herr Kreienbaum, sehr geehrte Frau Becker,
    sehr geehrte Damen und Herren der Hamburger Hochbahn AG,

    ich schreibe Ihnen, da mir heute bekannt geworden ist, dass eine stillende Mutter gestern gegen 17 Uhr im Bus der Linie 14 vom Busfahrer diskriminiert worden ist.

    Der Busfahrer forderte sie über Mikrofon dazu auf, das Stillen zu unterlassen oder den Bus zu verlassen. Als sie sich weigerte, setzte der Busfahrer minutenlang die Fahrt nicht fort. Daraufhin setzten auch die anderen Fahrgäste die Frau unter Druck und die Mama musste schließlich mit ihrem Kind den Bus verlassen.

    Damit sind der Frau gleich mehrere ihrer Rechte verweigert worden:

    - in den Beförderungsbedingungen des HVV steht unter "§ 3 Von der Beförderung ausgeschlossene Personen", dass nur Personen ausgeschlossen werden können, die "die eine Gefahr für die Sicherheit oder Ordnung des Betriebes oder für die Fahrgäste darstellen" - darunter Leute mit Schusswaffen. Dass man im Bus nicht stillen darf, steht dort nirgends und dürfte wohl kaum unter diese Definition fallen.

    - das deutsche Grundgesetz schützt in Artikel 6 besonders Eltern und Mütter in der Pflege ihrer Kinder - wobei das Füttern dazugehören dürfte:

    (2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. (...)
    (4) Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft.

    Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt ausschließliches Stillen in den ersten 6 Monaten, danach mit Gabe von geeigneter Beikost weiteres Stillen bis zum 2. Geburtstag und darüber hinaus solange Mutter und Kind es wollen.

    Ich möchte von Ihnen wissen, ob es weitere Bestimmungen zum Stillen in Ihren Fahrzeugen gibt?
    Ist es Ihren MitarbeiterInnen gestattet, einer stillenden Frau die Beförderung zu verweigern?

    Ich bitte Sie, Stellung zu nehmen und Ihre Bestimmungen zum Stillen in Ihren Fahrzeugen zu erläutern. Sollte es keine Bestimmungen geben, so bitte ich Sie, schnellstmöglich im Sinne der Familienfreundlichkeit und Förderung des Stillens Regelungen zu finden, die eine Demütigung und Diskriminierung stillender Mütter verhindern.

    Weiterhin bitte ich Sie, Ihr Personal zu sensibilisieren hinsichtlich des familienfreundlichen Umgangs und der Unterstützung stillender Mütter.

    Meinen Artikel zu dem Vorfall können Sie hier finden: http://windelfrei.blog.de/2015/06/05/stillende-muetter-hamburg-bus-geworfen-20512536/

    Ich bin gespannt auf Ihre Antwort und hoffe, dass Sie den Vorfall schnellstmöglich aufklären werden.

    Ich werde gern über Ihre Stellungnahme berichten.

    Freundliche Grüße sendet Ihnen

    Nicola Schmidt

  • #Antibewerbung - Stellt uns ein!

    Christine Finke von Mama-arbeitet.de hatte gemeinsam mit Sarah Wies von "mutterseelenalleinerziehend" eine großartige Idee: Eine kolossal ehrliche Bewerbung - die Antibewerbung! Los geht's - wer sich zutraut, uns einzustellen, trete vor!
    Büro

    Bewerbungsanschreiben

    Sehr geehrte Damen und Herren in der Personalabteilung,

    auch hier: Sie wollen keine Alleinerziehenden? Großartig, dann können wir uns beiden alles weitere ersparen. Aber falls Sie darüber nachgedacht haben, Christine Finke einzustellen - denken Sie nochmal nach und nehmen Sie mich! Ich hab nämlich nur 2 Kinder und damit stehen mir zu meinen 30 Urlaubstagen nur 40 Tage Sonderurlaub wegen kranker Kinder zu ;) (was ich sehr bedauere, drei Kinder ist eine tolle Zahl!).

    Ich war noch nicht fest angestellt seit ich Kinder habe, und bin darüber nur mäßig traurig, weil nach meiner Ansicht ein 6 oder 8-Stunden Arbeitstag nur schwer mit artgerechtem Leben zu vereinbaren ist. Was nicht heißt, dass ich nicht 6,8 oder gar 12 Stunden innerhalb von 24 Stunden arbeite. Ich hab nur immer zwischendurch auch Zeit für die Kinder, was in ihrem Büro wahrscheinlich eher nicht gehen wird? Da nehmen Sie vielleicht doch lieber Christine - ich würde sicher keinen geraden Satz zu Papier bringen, wenn eines meiner Kinder gerade operiert wird. Ich habe auch schon Camps verlassen, wenn eines meiner Kinder krank war und würde das wieder tun.

    Urlaub ist für meine kleine Familie überlebenswichtig, aber praktischerweise hat der Vater ja die Kinder die Hälfte der Ferien, in der Zeit kann ich dann 16 Stunden am Tag arbeiten. Denke ich. Oft bin ich dann aber so erschöpft, dass ich erstmal 4 Tage schlafen muss - das sollten Sie also einberechnen. Wenn Sie also flexibles Rund-um-die-Uhr-Homeoffice mit erschöpfungsbedingt spontanen Erholungsphasen anbieten können, bin ich sofort dabei!

    Ich bin gerne international unterwegs, halte Vorträge und Seminare für mein Leben gern und hatte bisher immer begeistertes, amüsiertes, seliges Publikum. Die Kinder sind das gewöhnt und kommen sogar manchmal mit. Aber solange ich für jeden ein Air-Berlin-Schokoherz mitbringe und Oma für sie da ist, darf ich auch gerne um die halbe Welt fliegen um Windelfrei oder Social Media zu erklären. Allerdings nicht länger als zwei Tage lang - dann kriegen wir alle Heimweh.

    Auch ich arbeite wie eine Löwin für meine Projekte und glaube an das, was ich tue - kennen Sie das noch? Diese Leidenschaft, wenn es einen schon morgens an den Rechner zieht, obwohl das erste Kind noch nicht sein Müsli aufgegessen hat? Gleichzeitig weiß ich, dass zu einem artgerechten Leben eben auch ein Privatleben und Soziales gehört und insofern kann ich mich als willigen Arbeitsesel nur bedingt empfehlen.

    Deswegen geht es mir wie Christine - wenn Sie mich einladen, falle ich vor Erstaunen tot um. Aber wer weiß - familienfreundliche Unternehmen sind ja auf dem Vormarsch! Rufen Sie mich an! Aber bitte entweder vormittags oder nach 20:30 - sonst kann es locker sein, dass eins der Kinder ans Telefon geht.

    Mit freundlichem Gruß
    Windelfrei-Bloggerin
    Nicola Schmidt

    Kurzlebenslauf

    Geboren: weit nach 1970 - also noch richtig jung ;)!
    Geburtsort: Nicht hier und selbst dort nicht aufgewachsen
    Familienstand: happy work in progress
    Kinder: zwei, hinreißend!, eins schon weitgehend wartungsfrei, das andere noch ein wenig arbeitsintensiv
    Familiäre Unterstützung: ein ganzes, artgerechtes Dorf und ich bin dankbar und glücklich darüber
    Staatsangehörigkeit: Planet Erde (der blaue! und der einzige mit Schokolade!)

    Beruflicher Werdegang:
    Auch das falsche studiert, nämlich Politikwissenschaft, jeder weiß, dass man damit nur Taxifahrer werden kann. Ich wollte damit Diplomatin werden, stellte schon im Grundstudium fest, dass ich viel zu undiplomatisch für so einen Job bin und wurde Journalistin. Im Express-Gang studiert, sauberes Diplom mit 1 vor dem Komma, dann sofort in die Wirtschaft abgedriftet und als hoch bezahlte Computerredakteurin die erste E-Commerce-Blase beim Platzen begleitet. Es sehr bald als langweilig empfunden und nebenberuflich erst Spanisch gelernt, dann eine Schauspielausbildung absolviert. Kurze Karriere als Poetry-Slammerin und Web-TV-Moderatorin, durchs erste Kind aus dem Loop geflogen und das Bloggen angefangen. Seitdem: Bloggerin, Buchautorin, Social-Media-Trainerin.

    Ausbildung und Qualifikation:
    Ich hab einen Haufen Zeugnisse, die erzählen, wie gerne alle mit mir gearbeitet haben, weil ich schnell, zuverlässig und unfassbar gut gelaunt bin - allerdings ist das letzte Zeugnis einige Jahre alt, weil einem als Blogger keiner mehr Zeugnisse ausstellt.

    Weiterbildung - immer! Ich schrecke vor nix zurück. Hab schon mit Stipendium in Unis gesessen und Wissenschaftsjournalismus online gepaukt, aber auch mit Schlafsack und Taschenmesser einen Monat im Wald verbracht und dort mehr gelernt als ich jemals erzählen könnte.

    Interessen und Fähigkeiten: Ich kann unmögliche Deadlines einhalten, zwischen meinen Vorträgen mal eben innerhalb von 10 Wochen ein ganzes Buch schreiben und mich in Nullkommanix in jedes Thema einarbeiten. Dafür verstehe ich nicht, warum Leute Kraft und Zeit in Hierarchien verschwenden. Und ich kapiere nicht, warum nicht jeder in 4 Arbeitsstunden das Pensum von 8 Stunden schaffen kann - ich kenne lauter Mütter, die so arbeiten.

    Hobbys: Neben meinem Brotjob als Autorin (den ich sehr liebe) versuche ich, mich an der Rettung des Planeten zu beteiligen, indem ich Eltern erzähle, dass es auch mit weniger Müll und mehr Zeit geht (www.artgerecht-projekt.de).

    Anlagen: Nur ein Foto von meiner einer - Kinderfotos gehören meiner Meinung nach nicht ins Internet - sowie Kontoauszüge (oh mein GOTT, hey, Christine, wir können uns die Hand geben ;)) und meinen Rentenauszug der BfA, auch hier zum Gruseln.

  • Krieg dein Kind doch wo und wie du willst!

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    Alleingeburt, Hausgeburt, Geburtshausgeburt, Klinikgeburt oder Wunschkaiserschnitt – jede Frau soll ihr Kind so bekommen, wie es für sie gut ist. "Artgerecht" ist nicht das wo, sondern das wie: Mutter und Kind vor, während und nach der Geburt angemessen betreut – aber genau das ist in Deutschland nicht mehr gewährleistet.

    Okay, jetzt mal ganz in Ruhe - wo genau ist das Problem?

    • In Kliniken passiert es jetzt schon, dass die Kinder nach der Geburt auf den Boden aufschlagen, weil niemand das Kind fangen kann – die Hebamme ist gerade bei einer anderen Gebärenden, weil sie ja wegen Personalmangel drei Geburten gleichzeitig betreuen muss. Neugeborene sind erstaunlich stabil – wenn es "nochmal gut gegangen" ist, beschweren sich die wenigsten Mütter. Hauptsache, das Kind ist gesund. Aber wenn das Kind in sechs Jahren in der Schule nicht mitkommt, geht die Krankenkasse bis zur Geburt zurück und kann die Hebamme verklagen, die kann man nämlich 30 Jahre lang zur Rechenschaft ziehen.

    • Stellt euch eine Welt vor, in der Kliniken trotz Geburtshilflicher Abteilung zu bestimmten Zeiten keine natürlichen Geburten mehr anbieten – wer zur falschen Zeit am falschen Ort ist, kriegt automatisch einen Kaiserschnitt. Warum? Wenn keine Hebamme da ist, darf der Arzt nicht entbinden, aber der Kaiserschnitt lässt sich ja auch vor 17 Uhr planen, bevor die letzte Hebamme geht.

    • Wenn eine Schwangere zu weit zu einem Geburtsort fahren muss oder der Kreißsaal bereits voll ist und sie ins nächste Krankenhaus fahren muss, kann das gefährliche Folgen für Mutter und Kind haben. Was ist zu weit? Diese Studie sagt für die Niederlande, mehr als 20 Minuten Anfahrt sind gefährlich, negative Auswirkungen. Die IGES- Studie 2010 sagt  zu"wohnortnah"
    • "So hat beispielsweise der Landesausschuss in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2001 festgelegt, dass die wohnortnahe Versorgung dann sichergestellt sei, wenn ein Krankenhaus nicht weiter als 15 bis 20 km vom Wohnort entfernt ist. In Mecklenburg Vorpommern gilt eine flächendeckende Versorgung als gewährleistet, wenn die Distanz zum nächstgelegenen Krankenhaus mit Fachabteilung Frauenheilkunde/Geburtshilfe 25km bis 30km nicht übersteigt." 

    Allerdings sind 30 Kilometer Luftlinie sehr unterschiedlich von der Fahrtzeit her - das kann 20, kann aber auch 50 Minuten dauern. Auf dieser Karte können sich zum Beispiel Familien in NRW ansehen, wo sie ihr Kind zur Welt bringen können – und wo nicht mehr.

    Wer hat eure Fragen nach der Geburt beantwortet? Genau: In Deutschland haben Mutter und Kind ein Anrecht auf die Wochenbetreuung zu Hause, bis zum 10. Tag nach der Geburt kann die Hebamme täglich vorbei kommen und auch noch 8 Wochen Postpartum nach Mutter und Kind sehen. Da wird das Neugeborene gewogen und die Neugeborenengelbsucht beobachtet, der Nabel versorgt, die Gebärmutterückbildung beobachtet und das Stillen unterstützt - Hebammenhilfe. Aber in vielen Familien ersetzt die Hebamme in diesen ersten Tagen auch einfach den Clan, die weise Frau, die man alles fragen kann und die sich auskennt. Fällt diese Betreuung weg, sind Familien in den wichtigen ersten Tagen nach der Geburt auf sich alleine gestellt – mit Schreibabys, wunden Pos, Brustentzündungen und allem, was dazu gehört. 

    Niemand da, keine Zeit, kein Personal, keine Ahnung, nach der Geburt nicht ausreichend versorgt mit all den massiven Nachteilen, die das für unsere Familienleben haben kann - diese Probleme betreffen alle Schwangeren – und zwar schnurzpiepegal wo und wie sie entbinden. Krieg dein Kind wie und wo du willst – aber wir alle brauchen eine artgerechte Versorgung, vor, während und nach der Geburt.

    Artgerecht ist: gute, entspannte Vorsorge, 1:1-Betreuung während der Geburt (auch bei Kaiserschnitt! Denkt an Stillen und Bonding!), intensive Wochenbettbetreuung. Warum das mit den aktuellen Plänen nicht mehr funktionieren kann, schreibt Herbert Renz-Polster ausführlich hier und einen gruseligen Blick hinter die Kulissen findet ihr bei Anja Gaca hier.

    Ich selbst habe meine beiden Kinder selbstbestimmt und friedlich zur Welt bringen können. Das waren die beiden schönsten, kraftvollsten Erfahrungen in meinem Leben. Wenn ich andere Frauen von ihren traumatischen Geburten erzählen höre - egal wo und wie - habe ich Tränen in den Augen. Egal wie wir entbinden, jede Frau, jedes Kind, jeder Mann hat ein Recht auf helfende Hände, ruhige Worte und offene Ohren.

    Auch Du kannst helfen!

    Was wir alle tun können - jetzt und hier:

    1. ...Wenn ihr keine ausreichende Betreuung oder Wochenbettbetreuung habt – meldet das!
    2. ...Wenn ihr keine 1:1-Betreuung unter der Geburt bekommen konntet und eure Hebamme wegen zwei anderer Geburten in wichtigen Momenten nicht da sein konnte – meldet das! Ruft euer Gesundheitsamt (zu finden hier) und eure Krankenkasse an und schreibt einen Brief dorthin – wir brauchen belastbare Zahlen der tatsächlichen Unterversorgung.
    3. ...Wenn ihr keine Auswahl mehr habt, wo ihr euer Kind zur Welt bringt, sondern die eine Klinik nehmen müsst, die halt noch da ist – dann meldet das! Wir haben das Patientenrecht auf eine freie Entscheidung, aber wenn es nur noch die eine Klinik in der Stadt gibt (wo ihr nicht hin wollt, weil die Hebammen im Kreißsaal sowieso schon total überlastet sind), dann ruft eure Krankenkasse an und beschwert euch.
    4. ...Wenn ihr länger als 30 Minuten zum Geburtsort fahren müsst, weil es in eurer Nähe nichts mehr gibt – ruft euer Gesundheitsamt an (zu finden hier) und meldet diesen Missstand mit dem Hinweis, dass das potentiell gefährlich für Mutter und Kind ist.

    Und ja: Wer es noch nicht getan hat: Unterschreibt die Petition und unterstützt weiter – z.B. mit eurem Netzwerk – die wirklich smarten Aktionen der Petenten:

    Unterstützt die Vereine: Mother Hood und die Hebammen für Deutschland

    Die Krankenkassen wollen das System so umbauen, wie es für sie am besten ist? Kommt nicht in Frage. Wir brauchen eine Geburtshilfe, wie sie für uns Eltern und unsere Kinder artgerecht ist. (Danke an Katharina und Michaela für eure Arbeit und eure Infos.)

  • Wofür wir kämpfen - jetzt erst recht.

    So langsam kann keiner mehr "Hebammensterben" hören - aber unsere Müdigkeit ändert nichts daran, dass hier etwas kolossal schief läuft. Als ich meinen Sohn zur Welt gebracht hatte, lief in den USA "Business of Being Born" und ich war auf meiner Reise durch die USA entsetzt, wie wenige Hebammen und von Hebammen geleitete Geburten es dort gab. Die Geschichten, die die Frauen von ihren Geburten erzählten, waren erschreckend. Es waren Zustände, wie ich sie mir in Deutschland nicht vorstellen konnte. Geburten ohne Hebammen? Ich dachte: "Sowas gibt es bei uns nicht. Geburten nur im Krankenhaus? Wieso? Wir können auch Zuhause entbinden, wenn wir das wollen."

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    Die Hausgeburten in New York drohten damals illegal zu werden. Es gab eine Studie, dass die Hebammen besser als der Arzt sind. Und ich hatte den Gedanken: Wenn ich im Café den falschen Kaffee kriege, gebe ich ihn zurück. Wenn unsere Geburt schief läuft, ist da nix zum zurückgeben.

    Es waren damals nur Gedankenspiele. Nachrichten von irgendwoher. Aber jetzt ist es plötzlich hier, hier vor unserer Tür! Und ich will genauso für meine Kinder und alle Kinder dieser Welt ein Recht auf eine sanfte, Hebammen-geleitete Geburt, wenn sie das wünschen, wie ich es für mich eingefordert habe. Eine Geburt, die für sie gut funktioniert.

    Das ist mir ein Bedürfnis. Und ich sehe, dass das gerade verschwindet. Das geht nicht. Das darf einfach nicht sein. Vielleicht ist es naiv, vielleicht dickköpfig, vielleicht verrückt, aber ich will, dass wir alle unsere Kinder genau so und genau dort zur Welt bringen zu können, wo wir das möchten. Es sind ja unsere Kinder - wir müssen ein Leben lang mit dieser Geburt und ihren Effekten leben.

    Und es ist mehr als artgerecht! Menschen haben immer mit Hebammen geboren, mit Unterstützung vor, bei und nach der Geburt. Alles andere wäre nicht machbar gewesen - wer einmal länger im Wald war, weiß, wovon ich spreche. Und auch heute, wo so vieles machbar scheint, ist es wichtig, dass Eltern unterstützt werden. Und die Hausgeburt hinterlässt bei vielen nicht ohne Grund ein Gefühl von Luxus. Es ist der Luxus der Selbstbestimmung und des Aufgehobenseins - nicht umsonst heißt das wunderbare Buch von C. Blasser "Luxus Privatgeburt" - aber sie darf nicht zum Luxus werden!

    Deshalb machen wir weiter. Deshalb schließe ich mich den Worten Susanne Lily Mierau von Geborgen-Wachsen an:

    "Deswegen, liebe Eltern, die Haftpflichtversicherungen der Hebammen laufen Mitte 2016 aus. Wir müssen und heute dafür einsetzen, dass dieser Prozess nicht stattfindet. Werdet Mitglied bei Mother Hood, unterzeichne die Petition und überlegt von Euch aus, was wir tun können und teilt Eure Idee beispielsweise auf Facebook mit anderen. Ich persönlich werde am Freitag in einer Telefonkonferenz Lena Glodde von Apfelgarten, Franzi Karagür (Einfach Klein), Anja Constance Gaca (von guten Eltern), Kathrin Szabò (Nestling), Jana Friedrich (Hebammenblog), Nicola Schmidt (Artgerecht Projekt), Nora Imlau, Christina Baris und Michaela Skott von Motherhood unsere Ideen zusammen werfen und schauen, was wir daraus stricken können. Es muss weiter gehen und wir müssen uns dafür einsetzen – und zwar richtig udn jetzt erst Recht."

    Genau Susanne. Jetzt erst Recht.

    Eure Nic

  • Kinderfotos im Netz - ja oder nein?

    Im Netz läuft eine Debatte, ob Kinderfotos ins Netz gestellt werden sollten oder nicht. Das "Nuf Advanced" hat darüber hier klug und ausführlich geschrieben.

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    Ich finde das Thema besonders brisant in der Windelfrei-Szene - stellen wir Fotos von unseren Kindern beim Ins-Töpfchen-Machen oder Abhalten ins Netz oder nicht? Eltern tun dies zunehmend, auch in der Windelfrei-Szene. Aber ist das fair?

    Ich versuche, nach vorne zu denken und mich in die Kinder hineinzuversetzen (und ich bin mir bewusst, dass ich das nicht kann - mit 20.000 Views war es das meistverbreitete Statement vom Artgerecht-Projekt seit langem!)

    Aber denke ich mal nach vorne, frage ich mich:

    Wie fühlt sich mein 14-Jähriger, wenn Klassenkameraden seine Kinder-Kacka-Fotos im Netz finden?
    Wie fühlt sich meine 16-Jährige, wenn jemand ihre ggf. nackten Kinderbilder im Netz findet - und sogar zu ihr zurückverfolgen kann?

    Philipp Wampfler schreibt auf seinem Social-Media-Blog:

    "Wer fotografiert wird, hat das Recht am eigenen Bild. Es bedeutet, vereinfacht gesagt, dass fotografierte Personen bestimmen dürfen, wie und ob ihr Bild veröffentlich wird – außer, man befindet sich an einem Anlass, wo man gerechnet werden muss, dass Bilder gemacht und publiziert werden, oder man ist eine Person, an der ein sehr starkes öffentliches Interesse besteht. "

    Wenn ich auf dem Klo sitze, ist das definitiv keine Situation, in der ich damit rechne, fotografiert zu werden. Und es gibt auch kein öffentliches Interesse daran, unsere Kinder aufm Topf zu sehen - oder?

    Ich bin da sehr gespalten.

    Einerseits gibt es von meinen Kindern keine Fotos im Netz, auf denen sie erkennbar sind. Wenn sie online gehen, dann von hinten, dick eingepackt und nie in Situationen, in denen ich auch nicht fotografiert werden möchte.

    Andererseits sind wir beim Artgerecht-Projekt ja selbst DANKBAR für jedes Geburt- Still - und Abhalte-Foto, das jemand online stellt. Warum? Weil es einfach viel plastischer macht, wovon wir reden. Weil Menschen glauben, was sie sehen. Wie Schopenhauer sagte: "Was das Auge sieht, hat unmittelbare Überzeugungskraft."

    Und je öfter wir stillende oder abhaltende Eltern sehen, desto normaler wird etwas, das ja eigentlich normal ist. Dumm nur: Wenn die Eltern es im Camp, auf der Strasse oder beim Elterntreffen sehen, dann ist es in 15 Jahren nicht mehr "abrufbar". Wenn wir es ins Netz stellen, dann schon. Gleichzeitig funktioniert das Netz nunmal über Bilder. Ein Bild entscheidet oft darüber, ob jemand einen Artikel liest oder nicht.

    Super schwer zu entscheiden: Was wiegt mehr, die Persönlichkeitsrechte unserer Babys oder die Notwendigkeit, natürliche Säuglingspflege wieder "normal" werden zu lassen?

    Ich freue mich auf eine Diskussion - hier oder auf Facebook.

  • Montags-Mantra: Alles wird - immer wieder - wieder gut

    Manchmal geht einfach alles schief - im Job klappt es nicht, mit dem Partner klappt es nicht, das Baby schläft schlecht, Sorgen drücken uns. In solchen Momenten verwünscht der eine oder die andere die Welt und fragt sich, "Warum muss immer alles so schwer sein?"

    Fragen wir uns: Ist es "alles" "immer" so schwer? Ist das wirklich so?

    Die Antwort lautet: Nein. Egal wie schlecht das Kind schläft, wie anstrengend die Nachbarn sind, wie nervig der Chef ist, wie leer das Konto ist - das war nicht immer so und es wird nicht immer so sein. Alles wandelt sich. Wenn wir am Tiefpunkt sind, sehen wir oft nicht, dass es schon anders war und wieder anders wird. Alles wird wieder gut, es bleibt nur nie "gut", es bewegt sich auf und ab - wie alles auf der Welt.

    "Es ist nur eine Phase" - dieses Baby-Mantra lässt sich auf das ganze Leben anwenden!

    Das beste Beispiel ist direkt vor unserer Tür: Der Winter kam mir ewig vor, ich hatte schon ganz vergessen, wie warm die Sonne auf meiner Haut sein kann. Das Braungrau des Waldes bedrückte mich, der ewige Matsch nervte mich, es war, als würde es nie zu Ende gehen. Aber wenn ich aus dem Fenster sehe, wachsen überall Blumen, Brennnesseln, Giersch, Gänseblümchen und andere Köstlichkeiten in verschwenderischer Fülle - ohne dass ich etwas hätte dazu tun müssen!

    Und so ist auch das Leben: "Wir leben in einer Gesellschaft, die nur die Phasen der Fülle will und ihre Augen vor Momenten des Verfalls komplett verschließt" schreibt Oriah Mountain Dreamer in ihrem Buch "Die Einladung". Dabei ist es viel klüger, sich voll und ganz dem Leben zu verschreiben - egal was es mit sich bringt.

    Denn alle Phasen gehen vorbei. Wir müssen uns nur daran erinnern, dass alles im Leben ein Kreislauf ist. Die Phasen der Fülle und die Phasen der Verluste gehören beide zum Leben und sie werden sich wie die Jahreszeiten immer wieder abwechseln und wiederkehren. Sich über schwierige Zeiten zu beklagen ist ebenso sinnvoll, wie über den Winter zu schimpfen. Wo wir wachsen, das sind Schwellen und über Schwellen zu gehen ist immer aufregend, oft auch unangenehm.

    Wenn ich das annehme, erkenne ich manchmal im Schleier meines Alltags, dass auch Schnee, Kälte und die schwierigen Zeiten als Familie uns etwas zu lehren haben. Im Idealfall wachsen wir daran, wachsen mit unseren Liebsten zusammen, werden stärker und lernen uns besser kennen.

    Und wenn hinterher die Zeit der Fülle wieder anbricht, wenn es wieder gut läuft, wenn die Sonne wieder scheint - aaaaaah, wie herrlich, wie haben wir uns das gewünscht! "Alles wird gut! heißt auch: auf jeden Winter folgt ein Sommer, alles wird wieder gut. Immer wieder. Ja, wir schaffen das!

    Gruss zum Montag!

    Eure Nic

    (Danke an L.S. für die Inspiration heute Morgen :-*)

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