szmmctag
  • Wofür wir kämpfen - jetzt erst recht.

    So langsam kann keiner mehr "Hebammensterben" hören - aber unsere Müdigkeit ändert nichts daran, dass hier etwas kolossal schief läuft. Als ich meinen Sohn zur Welt gebracht hatte, lief in den USA "Business of Being Born" und ich war auf meiner Reise durch die USA entsetzt, wie wenige Hebammen und von Hebammen geleitete Geburten es dort gab. Die Geschichten, die die Frauen von ihren Geburten erzählten, waren erschreckend. Es waren Zustände, wie ich sie mir in Deutschland nicht vorstellen konnte. Geburten ohne Hebammen? Ich dachte: "Sowas gibt es bei uns nicht. Geburten nur im Krankenhaus? Wieso? Wir können auch Zuhause entbinden, wenn wir das wollen."

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    Die Hausgeburten in New York drohten damals illegal zu werden. Es gab eine Studie, dass die Hebammen besser als der Arzt sind. Und ich hatte den Gedanken: Wenn ich im Café den falschen Kaffee kriege, gebe ich ihn zurück. Wenn unsere Geburt schief läuft, ist da nix zum zurückgeben.

    Es waren damals nur Gedankenspiele. Nachrichten von irgendwoher. Aber jetzt ist es plötzlich hier, hier vor unserer Tür! Und ich will genauso für meine Kinder und alle Kinder dieser Welt ein Recht auf eine sanfte, Hebammen-geleitete Geburt, wenn sie das wünschen, wie ich es für mich eingefordert habe. Eine Geburt, die für sie gut funktioniert.

    Das ist mir ein Bedürfnis. Und ich sehe, dass das gerade verschwindet. Das geht nicht. Das darf einfach nicht sein. Vielleicht ist es naiv, vielleicht dickköpfig, vielleicht verrückt, aber ich will, dass wir alle unsere Kinder genau so und genau dort zur Welt bringen zu können, wo wir das möchten. Es sind ja unsere Kinder - wir müssen ein Leben lang mit dieser Geburt und ihren Effekten leben.

    Und es ist mehr als artgerecht! Menschen haben immer mit Hebammen geboren, mit Unterstützung vor, bei und nach der Geburt. Alles andere wäre nicht machbar gewesen - wer einmal länger im Wald war, weiß, wovon ich spreche. Und auch heute, wo so vieles machbar scheint, ist es wichtig, dass Eltern unterstützt werden. Und die Hausgeburt hinterlässt bei vielen nicht ohne Grund ein Gefühl von Luxus. Es ist der Luxus der Selbstbestimmung und des Aufgehobenseins - nicht umsonst heißt das wunderbare Buch von C. Blasser "Luxus Privatgeburt" - aber sie darf nicht zum Luxus werden!

    Deshalb machen wir weiter. Deshalb schließe ich mich den Worten Susanne Lily Mierau von Geborgen-Wachsen an:

    "Deswegen, liebe Eltern, die Haftpflichtversicherungen der Hebammen laufen Mitte 2016 aus. Wir müssen und heute dafür einsetzen, dass dieser Prozess nicht stattfindet. Werdet Mitglied bei Mother Hood, unterzeichne die Petition und überlegt von Euch aus, was wir tun können und teilt Eure Idee beispielsweise auf Facebook mit anderen. Ich persönlich werde am Freitag in einer Telefonkonferenz Lena Glodde von Apfelgarten, Franzi Karagür (Einfach Klein), Anja Constance Gaca (von guten Eltern), Kathrin Szabò (Nestling), Jana Friedrich (Hebammenblog), Nicola Schmidt (Artgerecht Projekt), Nora Imlau, Christina Baris und Michaela Skott von Motherhood unsere Ideen zusammen werfen und schauen, was wir daraus stricken können. Es muss weiter gehen und wir müssen uns dafür einsetzen – und zwar richtig udn jetzt erst Recht."

    Genau Susanne. Jetzt erst Recht.

    Eure Nic

  • Kinderfotos im Netz - ja oder nein?

    Im Netz läuft eine Debatte, ob Kinderfotos ins Netz gestellt werden sollten oder nicht. Das "Nuf Advanced" hat darüber hier klug und ausführlich geschrieben.

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    Ich finde das Thema besonders brisant in der Windelfrei-Szene - stellen wir Fotos von unseren Kindern beim Ins-Töpfchen-Machen oder Abhalten ins Netz oder nicht? Eltern tun dies zunehmend, auch in der Windelfrei-Szene. Aber ist das fair?

    Ich versuche, nach vorne zu denken und mich in die Kinder hineinzuversetzen (und ich bin mir bewusst, dass ich das nicht kann - mit 20.000 Views war es das meistverbreitete Statement vom Artgerecht-Projekt seit langem!)

    Aber denke ich mal nach vorne, frage ich mich:

    Wie fühlt sich mein 14-Jähriger, wenn Klassenkameraden seine Kinder-Kacka-Fotos im Netz finden?
    Wie fühlt sich meine 16-Jährige, wenn jemand ihre ggf. nackten Kinderbilder im Netz findet - und sogar zu ihr zurückverfolgen kann?

    Philipp Wampfler schreibt auf seinem Social-Media-Blog:

    "Wer fotografiert wird, hat das Recht am eigenen Bild. Es bedeutet, vereinfacht gesagt, dass fotografierte Personen bestimmen dürfen, wie und ob ihr Bild veröffentlich wird – außer, man befindet sich an einem Anlass, wo man gerechnet werden muss, dass Bilder gemacht und publiziert werden, oder man ist eine Person, an der ein sehr starkes öffentliches Interesse besteht. "

    Wenn ich auf dem Klo sitze, ist das definitiv keine Situation, in der ich damit rechne, fotografiert zu werden. Und es gibt auch kein öffentliches Interesse daran, unsere Kinder aufm Topf zu sehen - oder?

    Ich bin da sehr gespalten.

    Einerseits gibt es von meinen Kindern keine Fotos im Netz, auf denen sie erkennbar sind. Wenn sie online gehen, dann von hinten, dick eingepackt und nie in Situationen, in denen ich auch nicht fotografiert werden möchte.

    Andererseits sind wir beim Artgerecht-Projekt ja selbst DANKBAR für jedes Geburt- Still - und Abhalte-Foto, das jemand online stellt. Warum? Weil es einfach viel plastischer macht, wovon wir reden. Weil Menschen glauben, was sie sehen. Wie Schopenhauer sagte: "Was das Auge sieht, hat unmittelbare Überzeugungskraft."

    Und je öfter wir stillende oder abhaltende Eltern sehen, desto normaler wird etwas, das ja eigentlich normal ist. Dumm nur: Wenn die Eltern es im Camp, auf der Strasse oder beim Elterntreffen sehen, dann ist es in 15 Jahren nicht mehr "abrufbar". Wenn wir es ins Netz stellen, dann schon. Gleichzeitig funktioniert das Netz nunmal über Bilder. Ein Bild entscheidet oft darüber, ob jemand einen Artikel liest oder nicht.

    Super schwer zu entscheiden: Was wiegt mehr, die Persönlichkeitsrechte unserer Babys oder die Notwendigkeit, natürliche Säuglingspflege wieder "normal" werden zu lassen?

    Ich freue mich auf eine Diskussion - hier oder auf Facebook.

  • Montags-Mantra: Alles wird - immer wieder - wieder gut

    Manchmal geht einfach alles schief - im Job klappt es nicht, mit dem Partner klappt es nicht, das Baby schläft schlecht, Sorgen drücken uns. In solchen Momenten verwünscht der eine oder die andere die Welt und fragt sich, "Warum muss immer alles so schwer sein?"

    Fragen wir uns: Ist es "alles" "immer" so schwer? Ist das wirklich so?

    Die Antwort lautet: Nein. Egal wie schlecht das Kind schläft, wie anstrengend die Nachbarn sind, wie nervig der Chef ist, wie leer das Konto ist - das war nicht immer so und es wird nicht immer so sein. Alles wandelt sich. Wenn wir am Tiefpunkt sind, sehen wir oft nicht, dass es schon anders war und wieder anders wird. Alles wird wieder gut, es bleibt nur nie "gut", es bewegt sich auf und ab - wie alles auf der Welt.

    "Es ist nur eine Phase" - dieses Baby-Mantra lässt sich auf das ganze Leben anwenden!

    Das beste Beispiel ist direkt vor unserer Tür: Der Winter kam mir ewig vor, ich hatte schon ganz vergessen, wie warm die Sonne auf meiner Haut sein kann. Das Braungrau des Waldes bedrückte mich, der ewige Matsch nervte mich, es war, als würde es nie zu Ende gehen. Aber wenn ich aus dem Fenster sehe, wachsen überall Blumen, Brennnesseln, Giersch, Gänseblümchen und andere Köstlichkeiten in verschwenderischer Fülle - ohne dass ich etwas hätte dazu tun müssen!

    Und so ist auch das Leben: "Wir leben in einer Gesellschaft, die nur die Phasen der Fülle will und ihre Augen vor Momenten des Verfalls komplett verschließt" schreibt Oriah Mountain Dreamer in ihrem Buch "Die Einladung". Dabei ist es viel klüger, sich voll und ganz dem Leben zu verschreiben - egal was es mit sich bringt.

    Denn alle Phasen gehen vorbei. Wir müssen uns nur daran erinnern, dass alles im Leben ein Kreislauf ist. Die Phasen der Fülle und die Phasen der Verluste gehören beide zum Leben und sie werden sich wie die Jahreszeiten immer wieder abwechseln und wiederkehren. Sich über schwierige Zeiten zu beklagen ist ebenso sinnvoll, wie über den Winter zu schimpfen. Wo wir wachsen, das sind Schwellen und über Schwellen zu gehen ist immer aufregend, oft auch unangenehm.

    Wenn ich das annehme, erkenne ich manchmal im Schleier meines Alltags, dass auch Schnee, Kälte und die schwierigen Zeiten als Familie uns etwas zu lehren haben. Im Idealfall wachsen wir daran, wachsen mit unseren Liebsten zusammen, werden stärker und lernen uns besser kennen.

    Und wenn hinterher die Zeit der Fülle wieder anbricht, wenn es wieder gut läuft, wenn die Sonne wieder scheint - aaaaaah, wie herrlich, wie haben wir uns das gewünscht! "Alles wird gut! heißt auch: auf jeden Winter folgt ein Sommer, alles wird wieder gut. Immer wieder. Ja, wir schaffen das!

    Gruss zum Montag!

    Eure Nic

    (Danke an L.S. für die Inspiration heute Morgen :-*)

  • #Elternprotest - neue und wichtigste Petition!

    Ihr lieben Windelfrei-Blogleser,

    lange habe ich nicht mehr gebloggt, dabei wäre da so vieles - u.a. unsere Windelfrei-Geschichte - zum Schreiben. Doch das Familienleben und das Arbeiten an der Klinikfront als Ärztin machen derzeit überwiegend meinen Alltag aus.

    Doch nebenher bleibt immer ein kleinwenig Zeit, um nicht ganz von der Bildfläche zu verschwinden. Seit fast einem Jahr unterstütze ich aktiv den Elternprotest für Hebammen und eine bessere geburtshilfliche Versorgung in Deutschland.

    Auf facebook füttere ich regelmäßig die Seite "Rettet unsere Hebammen" und ich konnte die Vereinsentstehung von Mother Hood begleiten.

    Nun ging es noch einen Schritt weiter: wir starteten am 1. Mai 2015 unsere Petition auf Change.org:

    Geburt darf keine Privatleistung werden - Gegen die wirtschaftlich optimierte Geburt!

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    Die Petition richtet sich an die Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV-SV) Dr. Doris Pfeiffer. Sie soll die Übernahme der Kosten für Hebammen unabhängig vom Geburtsort und Geburtstermin sichern.

    Wir freuen uns, wenn Ihr mitzeichnet und uns somit eine starke Stimme gebt!

    Lest auch hier: Geburt wird zur Privatleistung

  • Wofür erzieht ihr eure Kinder?

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  • Montags-Mantra: Ausprobieren ist erlaubt!

    In meinen Beratungen höre ich immer wieder Eltern, die mir sagen: "Ich könnte mir vorstellen, dass wir anders glücklicher wären, aber ich weiß nicht... wenn das dann schief geht..."

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    Windelfrei - viele fangen gar nicht erst an, weil sie sich fragen, ob das gehen kann.
    Stillen - Stillen überhaupt, weniger stillen, mehr stillen, viel weniger stillen, nachts nicht mehr stillen - so oft höre ich, dass Eltern etwas verändern wollen, aber immer ist da diese Frage: Darf ich das? Was ist, wenn es schief geht?
    Tragen - darf ich mein Kind schon früh tragen? Darf ich es viel tragen? Darf ich...?
    Schlafen - wie schaffe ich es, dass wir alle gut schlafen? Wer schläft wo und wann?

    Und dann verharren die Familien in Konstellationen, die ihnen nicht gut tun, die nicht selten die Mütter (oder Väter) unzufrieden, unleidig und genervt, überfordert oder unterschwellig ständig unzufrieden zurücklassen.
    Aber das ist dann auch für die Kinder nicht mehr gut!

    In all diesen Fragen kann eine Beratung natürlich viel helfen.

    Die größte Hilfe ist jedoch immer noch, wenn ihr den Mut habt, eine Veränderung erstmal auszuprobieren!

    Ausprobieren ist erlaubt! Es geht nicht gleich alles kaputt!

    Ihr dürft eure Kinder mal abhalten und mal nicht, um auszuprobieren, ob windelfrei für euch passt. Und wenn ihr feststellt, dass es zu Hause/draußen gut passt, sonst aber nicht - prima! Teilzeit-Windelfrei funktioniert? Prima! Dann macht es so!

    Ihr dürft einem 18 Monate alten Kinder durchaus sagen, dass ihr nachts nicht mehr alle Stunde stillen wollt, weil ihr Schlaf braucht. Und ihr dürft klar machen, dass ein gutes Abendessen allen hilft, eine gute Nacht zu haben.

    Ihr dürft eure Kinder von Anfang an tragen - im Tuch, in der Trage, auf dem Arm, sogar unterm Pulli! Alles, was sich gut anfühlt und sicher ist (das Kind muss atmen können, nutzt euren gesunden Menschenverstand), ist erlaubt. Und wenn es dem Baby nicht gefällt, wird das Baby das melden.

    Ihr dürft eure Babys und eure Kinder zu euch ins sichere Familienbett nehmen. Ihr dürft gemeinsam schlafen, getrennt, Papa beim Baby, Mama beim Baby, abwechselnd - was immer zu euch passt.

    Und vor allem: Ihr dürft alle diese Dinge ausprobieren. Eure Kinder sagen euch, wenn sie etwas nicht mögen oder nicht vertragen. Folgende Anzeichen deuten daraufhin, dass hier etwas schief läuft:

    Babys weinen, sind quengelig, schreien, schlafen schlecht oder trinken schlecht (Obacht: Im Zahnungsalter kann da auch auf Zahnen hinweisen, genau hingucken!), im schlimmsten Fall weichen sie Interaktionen oder Augenkontakt aus
    Kleinkinder werden unleidig, trotzig, unkooperativ, anhänglich, extrem leise oder empfindlich, ängstlich
    Schulkinder werden ebenfalls unkooperativ, zornig oder leise, zurückgezogen, still

    Bei all diesen Anzeichen gilt es, unseren Alltag, unseren Ton oder unseren Umgang miteinander zu überdenken. Und dann umzuschwenken wo es nötig ist und neue Wege zu suchen - und gegebenenfalls auszuprobieren.

    Was habt ihr schon ausprobiert? Schreibt uns auf Facebook!
    Ich wünsche allen einen guten Mut für die Woche!

  • Montags-Mantra: Lies Bücher, die Dir gut tun!

    Als ich noch gestillt habe, bin ich bei jeder Tagesschau in Tränen ausgebrochen, weil ich so viele schlechte Nachrichten einfach nicht verkraften konnte. Ich habe aus dieser Zeit eines gelernt: Schlechte Nachrichten kosten mich unglaublich viel Kraft, besonders, wenn es etwas ist, an dem ich absolut nichts ändern kann (oder es so empfinde). Da ich aber meine Energie gut einsetzen und etwas bewirken will, heißt es für mich: Konzentriere dich auf das Gute, das Dir Kraft gibt! Und auf das, was Du ändern kannst!

    Von Berufs wegen bin ich informiert, was grundsätzlich los ist und schaue auch tagsüber in die Welt hinaus, die jenseits meines Tragetuches liegt. Allerdings wirklich, wirklich ernsthaft erst wieder, seit ich nicht mehr stille - vorher ging das einfach nicht. Besonders abends bin ich immer noch zartbesaitet, was meine Kapazitäten angeht, mir die Probleme der Welt anzusehen.

    Daher gilt noch heute für mich: ich nehme keine Bücher über den Weltuntergang oder das Scheitern des Abendlandes mit ins Bett. In meiner "privaten" Zone gibt es nur eines: Bücher, die mir gut tun!

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    Und ich finde, dass besonders in so anstrengenden Zeiten wir dem ersten Jahren mit einem kleinen Kind energiefressende, negative Schlagzeilen über Dinge, die wir gerade jetzt, gerade hier ohnehin nicht ändern können, absolut nichts zu tun haben. Daher habe ich ein Mantra für die Frage: Welches Buch sollte ich mal lesen? Meine Antwort: Bücher, die Dir guttunhref="http://www.juliadibbern.de">Julia Dibbern, die im Anahita-Verlag diesen Slogan geprägt hat und eine Menge solcher Bücher schreibt!)

    Neben meinem Bett liegen deshalb:

    - Kinderbücher wie von Michael Ende "Momo", "Die unendliche Geschichte", fast alles von Astrid Lindgren
    - Erwachsenenbücher wie Die Neuerfindung des Erfolgs, das How-To Simplify your life und das Beziehungskracher Undefended Love.
    - außerdem eine Flasche Wasser und - nichts.

    Nichtstun ist nämlich total wichtig.
    Oder Bücher lesen. Aber vor allem Bücher, die Dir gut tun.

    Was lest ihr?

    :)
    Gruss zum Montag,
    Nicola

  • Artgerecht Planer 2015 - letzte Exemplare!

    Ihr Lieben,

    auf Facebook ging es schon rund: Die letzten Exemplare vom Artgerecht-Planer 2015 gehen jetzt raus. Wir sind noch immer unter den Office -Bestsellern bei Amazon, aber wir haben mit dem Ansturm nicht gerechnet und die limitierte Auflage

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    Der Artgerecht Planer enthält jede Woche ein passendes Montags-Mantra, Notizenseiten mit coolem Ordnungssystem, Spielideen im Wald, 1. Hilfe bei Stillproblemen, Checklisten, flexible Listen, aber vor allem ein echt starkes Lebensplanungstool - damit eure Träume wahr werden.

    Wer noch einen will - jetzt fix zu Amazon und bestellen: Artgerecht Planer 2015 Bestellink

    Hier unsere Super-Kurzeinführung in den Kalender auf Youtube. Happy 2015!!!

    Eure Nic

  • Montags-Mantra: Entrümpeln im Kopf!

    Aufräumen ist wichtig. Heute zwei einfache, super-effektive Techniken zum Sofort-Aufräumen im Kopf. Denn die wichtigste Hygiene ist die in unserem Innern. Aber wie oft kümmern wir uns darum? Jetzt ist die richtige Zeit!

    Was wir Weihnachten nicht alles putzen - die Schuhe für Nikolaus, die Wohnung für den Verwandtenbesuch, die Kinder für den Kirchgang, uns selbst putzen wir "heraus" für alle möglichen Festlichkeiten. Aber wie sieht es in unserem Kopf aus (dass ihr alle reine Seelen seid, davon gehe ich mal aus ;))? Gerade an Weihnachten eskalieren viele Situationen, weil wir zuviel Kram in unserem Kopf haben: Alten Groll, tiefen Schmerz, Urteile, Gedankenkarusselle, Vor-Urteile, Zukunftsängste etc. Oft entgleitet uns dabei das Jetzt, der Moment, in dem wir sind, und damit das eigentliche Leben.

    Jetzt ist der richtige Moment, um mal ein wenig aufzuräumen.
    Zwei einfache, super-effektive Techniken, die zum Sofort-Aufräumen geeignet sind:

    Möglichkeit 1: Urteile verjagen:
    "Onkel Otto erzählt immer diesen unreflektierten Mist." "Wenn ich Weihnachten da sitze und den 2-Jährigen stille, was ich mir da wieder anhören kann!" "Tante Anna sollte einfach mal weniger essen, dann wäre sie auch nicht so dick!" "Immer diese sinnlosen Gespräche, das NERVT!" "Es kapiert sowieso keiner, wir wir leben, was soll ich da erzählen?" "Nie hast Du für mich Zeit!"

    Wir alle fällen Urteile. Jeden Tag. Sie sind wichtig. Zuviele Urteile jedoch machen uns krank. Sie erzeugen Stress. Stress im Kopf, den wir selbst produzieren. Jedes Urteil, das wir fällen, zieht weitere nach sich: "Die reden so oberflächlich" führt zu "Die sind nicht achtsam. Die geben nicht auf sich acht. Die interessieren sich nicht für die Welt. Wir sind unverstanden, wir sollten uns von ihnen fernhalten. Unsere Familie ist doof. Wir sind einsam." Peng. Tür zu.

    Lasst uns den Speicher im Kopf entrümpeln: Zweifelt eure ersten Urteile an: Könnte es auch anders sein? Wie würde jemand von außen das beurteilen? Jemand von einem anderen Stern? Könnten die komischen Familienmitglieder mit Rücksicht auf UNS so oberflächlich reden? Oder weil sich keiner traut, das Tiefe zu sagen? Hat mein Partner so wenig Zeit, weil er so egoistisch ist? Oder reibt er sich für die Familie auf, weil er will, dass es allen gut geht?

    Dreht das Urteil um, wenn es sich um andere handelt: "Ich rede immer so oberflächlich. Ich kapiere nicht, wie die anderen leben." Könnte das genauso wahr sein?

    Und dann lasst es gehen und versucht, einmal unvoreingenommen auf eure Mitmenschen zuzugehen. Lasst euren Stress los. Lebt im Jetzt.

    Möglichkeit 2: "High" sein.
    Räumt euren Kopf leer, indem ihr nichts denkt. Setzt euch hin, ganz in Ruhe - ich weiß, das ist schwer, aber es ist sooooo hilfreich - und tut: nichts. Denkt - nichts. Wenn Gedanken kommen, lasst sie vorbeiziehen, wie Wolken am Himmel. Schaut sie an, aber haltet sie nicht fest und lasst sie euch nicht festhalten. Lasst sie gehen. Bleibt, wo ihr seid. Werdet "high".

    Wenn das schwer fällt, konzentriert euch auf euren Atem - ohne ihn zu verändern - oder auf einen Gedanken, den ihr an diesem Tag leben wollt: "Ich bin frei/ Ich tröste mein Kind, wenn es weint/ Ich mache Fehler und bin mit meinen Fehlern liebenswert/ Ich darf für mich sorgen/ Ich darf..." was immer es ist. Alles andere muss jetzt 10 Minuten warten. Wenn ihr eine Weile so sitzt, wird sich das Meditationsgefühl einstellen, bei mir ist das ein kribbelndes Gefühl, ein Hochgefühl, als würde ich fliegen, ich bin frei und schwerelos - das trägt mich über den ganzen Tag. Im Jetzt und hier.

    Oft gibt es zwei ungeahnte Seiten an den Dingen :).

    Herbstblatt

    Was macht ihr, wenn ihr im Kopf "aufräumt"?

  • Mama-Mantra: Füttere den richtigen Wolf

    Aus aktuellem Anlass nochmal hochgeholt:

    "Ein alte Frau saß mit ihrer Enkelin am Feuer. Gedankenverloren sah sie in die Flammen und sagte:
    "Weißt Du, manchmal fühle ich mich, als lebten in meinem Herzen zwei Wölfe. Der eine Wolf ist der Wolf der Dunkelheit, der Ängste, des Misstrauens und der Verzweiflung. Der andere Wolf ist der Wolf des Lichts, der Lust, der Hoffnung, der Lebensfreude und der Liebe. Beide Wölfe kämpfen oft miteinander."

    Die Enkelin sah sie an. "Und?", fragte sie, "welcher der Wölfe gewinnt, Großmutter?"

    "Der, den ich füttere, mein Kind", sagte die alte Frau."

    Unsere Gedanken erschaffen unsere Realität - mittlerweile gibt es kaum eine Coaching-Seite oder Ratgeber, die uns nicht diesen Satz um die Ohren hauen. Ob diese neunmalklugen Coaches mal versucht haben, nach einem langen Tag mit zwei hungrigen Kindern im Winter durch das Berliner S-Bahn-Chaos nach Hause zu kommen? Aber wie auch immer - der Satz bleibt richtig, so wenig hilfreich das manchmal auch ist.

    Es sind viele Dinge im "Außen", die es anstrengend machen, als Eltern mit Kindern zu leben. Die nicht-artgerechte Haltung, das viele Alleinsein, die wenige Hilfe, die wir oft haben. Der Zeitdruck, zu wenig Ansprechpartner, häufig zu wenig Verständnis für die so unterschiedlichen Lebenswelten zweier Partner oder der Verwandten, eine Gesellschaft, die oft nicht auf die Bedürfnisse von Kindern ausgerichtet ist.

    Aber egal wie das außen ist - in uns drin können wir immer wieder eine Entscheidung treffen.

    "Füttere den richtigen Wolf."

    Die Geschichte sagt nicht, "lass den falschen Wolf verhungern". Und damit hilft sie auch wieder, sich auf das Gute zu besinnen. Wenn der dunkle Wolf täglich auch ein paar Brocken kriegt - macht nix. Der arme Kerl ist ja auch nur ein Mensch. Wir sind nur Menschen. Ich jedenfalls bin kein Yogi, der immer nur lächelt und den "richtigen" Wolf füttert. Ich hadere, fürchte, fluche, streite, misstraue, verzweifle. Das gehört dazu. Aber ich versuche jeden Tag möglichst viel zu lachen, zu lieben, zu scherzen, es neu zu versuchen, immer wieder den hellen Wolf zu füttern.

    Und irgendwann ist der so vollgefressen und rund, dass der andere vielleicht gar nicht mehr angreifen muss, sondern sich an seinen dicken Wanst kuschelt und die Klappe hält...

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